01.09.2017 - Starnberg

Landkreis Starnberg: Mehr Lehrstellen als Bewerber zum Beginn des Ausbildungsjahres

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Viele Betriebe im Landkreis Starnberg haben auch heuer große Mühe, zum Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Die IHK für München und Oberbayern erwartet erneut, dass eine große Zahl an Lehrstellen in den Unternehmen frei bleibt. Rund vierzig Prozent der seit Jahresbeginn im Landkreis gemeldeten Ausbildungsangebote waren zuletzt noch unbesetzt. Für die 200 freien Plätze gab es allerdings nur rund 160 unversorgte Bewerber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht.

Weniger neue Ausbildungsverträge bei IHK-Betrieben im Landkreis

Insgesamt treten laut IHK-Zwischenbilanz diese Woche 243 Jugendliche eine Lehre bei Starnberger Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen an. Gegenüber dem Vorjahr sind die neuen Ausbildungsverträge somit um 5,1 Prozent zurückgegangen. Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe mit den meisten Bewerbern im Landkreis sind Einzelhandelskaufleute, Kaufleute für Büromanagement, Kfz-Mechatroniker, Verkäufer und Automobilkaufleute.

‎„Angesichts der starken Konjunktur setzen die Betriebe mehr denn je auf den eigenen Fachkräftenachwuchs, die passenden Bewerber bleiben aber Mangelware“, ‎sagt Ingo Schwarz, stellvertretender Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Starnberg. Schwarz betont, dass der Engpass in ganz Oberbayern wie schon in den Vorjahren quer durch alle Branchen geht: „Es werden zwar nach wie vor besonders angehende Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Köche und Hotelfachleute gesucht, aber auch Werkzeugmechaniker, Mechatroniker und Lagerlogistiker fehlen.“ Der Gilchinger Unternehmer führt den Bewerbermangel auf stagnierende Schulabgängerzahlen sowie den Trend zur Akademisierung zurück. Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 57 Prozent.

Um das Image der Ausbildung zu verbessern, fordert Schwarz eine bessere Berufs­orientierung an den Schulen: „Die duale Ausbildung ist eins der größten Erfolgs­geheimnisse unserer Zeit. Es gibt keinen besseren Start ins Berufsleben. Die Schüler und ihre Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Ausbildung und damit für eine solide Zukunftsperspektive entscheiden“. Haben Betriebe Probleme in der Ausbildung, geben laut einer IHK-Umfrage 76 Prozent von ihnen an, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen im Landkreis Starnberg stieg im Vergleich zum Vorjahr um 13,2 Prozent, das entspricht einem Plus von über 55 Angeboten. Insgesamt gibt es aktuell 220 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe, geringfügig mehr als noch vor einem Jahr. Bayernweit bilden die IHK-Betriebe Jugendliche in mehr als 240 Berufen aus und stehen ‎für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Die Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Ausbildungsbereiche, neben Industrie, Handel und Dienstleistung gehören dazu auch das Handwerk und die freien Berufe.

Zahlreiche freie Lehrstellen in Starnberg mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.