01.09.2017 - Fürstenfeldbruck

Unternehmen in Fürstenfeldbruck bleiben auf der Suche nach Azubis

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Viele Betriebe im Landkreis Fürstenfeldbruck haben auch heuer große Mühe, zum Beginn des Ausbildungsjahrs am 1. September alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Die IHK für München und Oberbayern erwartet erneut, dass Lehrstellen in den Unternehmen frei bleiben. Fast die Hälfte der seit Jahresbeginn im Landkreis gemeldeten Ausbildungsangebote war zuletzt noch unbesetzt. Für die über 420 freien Plätze gab es allerdings nur knapp 370 unversorgte Bewerber, wie aus der Statistik der Arbeitsagentur hervorgeht.

Ausbildungsverträge bei IHK-Betrieben im Landkreis legen zu

Insgesamt treten laut IHK-Zwischenbilanz diese Woche 337 Jugendliche eine Lehre bei Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen im Landkreis an. Gegenüber dem Vorjahr hat die Anzahl der neuen Ausbildungsverträge somit deutlich um 13,9 Prozent zugelegt. Die Top 5 der IHK-Ausbildungsberufe mit den meisten Bewerbern im Landkreis sind Kaufleute für Büromanagement, Einzelhandelskaufleute, Kfz-Mechatroniker, Industriekaufleute und Verkäufer.

‎„Angesichts der starken Konjunktur setzen die Betriebe mehr denn je auf den eigenen Fachkräftenachwuchs, die passenden Bewerber bleiben aber Mangelware“, ‎sagt Michael Steinbauer, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Fürstenfeldbruck. Steinbauer betont, dass der Engpass in ganz Oberbayern wie schon in den Vorjahren quer durch alle Branchen geht: „Es werden zwar nach wie vor besonders angehende Einzelhandelskaufleute, Verkäufer, Köche und Hotelfachleute gesucht, aber auch Bürokaufleute, Bankkaufleute und Fachlageristen fehlen“. Der Manager aus Maisach führt den Bewerbermangel auf stagnierende Schulabgängerzahlen sowie den Trend zur Akademisierung zurück. Die Zahl der Absolventen der Mittelschulen (früher Hauptschulen) ist in Oberbayern seit 2005 um 28 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Abiturienten um 57 Prozent.

Um das Image der Ausbildung zu verbessern, fordert Steinbauer eine bessere Berufs­orientierung an den Schulen: „Die duale Ausbildung ist eins der größten Erfolgs­geheimnisse unserer Zeit. Es gibt keinen besseren Start ins Berufsleben. Die Schüler und ihre Eltern können zu Recht stolz sein, wenn sie sich für eine Ausbildung und damit für eine solide Zukunftsperspektive entscheiden“. Haben Betriebe Probleme in der Ausbildung, geben laut einer IHK-Umfrage 76 Prozent von ihnen an, dass die unklaren Berufsvorstellungen der Schulabgänger ein Hindernis seien. Die Unternehmen bieten deswegen mehr Praktikumsplätze an und verbessern ihr Personalmarketing.

Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen im Landkreis Fürstenfeldbruck stieg im Vergleich zum Vorjahr um über elf Prozent, das entspricht einem Plus von über 90 Angeboten. Insgesamt gibt es aktuell 316 IHK-zugehörige Ausbildungsbetriebe, geringfügig mehr als noch vor einem Jahr. Bayernweit bilden die IHK-Betriebe Jugendliche in mehr als 240 Berufen aus und stehen ‎für fast 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse. Die Zahlen der Arbeitsagentur beziehen sich auf alle Ausbildungsbereiche, neben Industrie, Handel und Dienstleistung gehören dazu auch das Handwerk und die freien Berufe.

Zahlreiche freie Lehrstellen in Fürstenfeldbruck mit sofortigem Ausbildungsbeginn sind unter www.ihk-lehrstellenboerse.de zu finden.