11.08.2017 - Landkreis München

Landkreis München ist Oberbayerns Spitzenreiter bei Gewerbesteuereinnahmen

Die boomende Wirtschaft sorgt bei den Gemeinden im Landkreis München für wachsende Gewerbesteuereinnahmen. Insgesamt kassierten die Kommunen im letzten Jahr 885 Millionen Euro, das ist der höchste Landkreis-Wert in Oberbayern und ein Plus von 10,8 Prozent gegenüber 2015. Im Vergleich zu 2006 sind diese Einkünfte sogar um 97,5 Prozent angestiegen. Mit 86,2 Prozent macht die Gewerbesteuer den Löwenanteil aller kommunalen Steuereinnahmen im Landkreis aus.

Leicher: „Kommunen müssen bei den Gewerbesteuern Augenmaß bewahren“

Zusätzlich sichern sich die Kommunen immer wieder einen noch größeren Anteil an den Firmengewinnen durch die Erhöhung der Hebesätze. Laut den Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik war das im vergangenen Jahr in drei von 29 Gemeinden der Fall, eine Gemeinde hat den Hebesatz hingegen gesenkt. Christoph Leicher, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses München (Landkreis), warnt trotzdem vor weiteren Veränderungen nach oben. In den letzten zehn Jahren ist der durchschnittliche Hebesatz im Landkreis konstant geblieben.

Der aktuelle Durchschnittswert von 312 Prozent liegt weiterhin unter dem Niveau in Oberbayern (333 Prozent) und Bayern (338 Prozent) sowie deutlich unter dem bundesweiten Wert (2015: 397 Prozent). „Diesen Standortvorteil dürfen unsere Kommunen nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Bei den Gewerbesteuern ist Augenmaß gefragt – ein niedrigerer Hebesatz lässt den Betrieben mehr Luft zum Atmen und Investieren“, erklärt der Kirchheimer Unternehmer. Der Regionalausschuss-Vorsitzende kritisiert außerdem, dass durch Hinzurechnungen bei der Gewerbesteuer nicht nur Gewinne besteuert würden, sondern auch Kosten, wie Zinsen, Mieten oder Leasingraten, und damit die Substanz der Betriebe.

Spitzenreiter beim Gewerbesteuerhebesatz blieb 2016 die Gemeinde Kirchheim mit 360 Prozent, es folgten Haar und Oberschleißheim mit 350 Prozent sowie Ottobrunn mit 340 Prozent. Die Gemeinde Grünwald markierte mit einem Hebesatz von 240 Prozent sowohl im Landkreis als auch im ganzen Regierungsbezirk den niedrigsten Hebesatz, gefolgt von Gräfelfing mit 250 Prozent und Pullach mit 260 Prozent. Die IHK-Broschüre „Gewerbesteuer in Oberbayern“ mit rechtlichen Grundlagen und allen oberbayerischen Hebesätzen ist unter www.ihk-muenchen.de/gewerbesteuer verfügbar.