Geflüchtete in Oberbayern

Oberbayerische Unternehmen - Erfolgsgeschichten

"Sie wollen etwas erreichen"

Miriam Betz ist eine engagierte Unternehmerin, die schon immer über den Tellerrand geschaut hat. So beschäftigt sie auch Flüchtlinge oder bildet sie aus.

Wie der IHK-Flüchtlings-Leitfaden klar zeigt: Das Asylrecht ist juristisch äußerst komplex. Miriam Betz, Geschäftsführerin der Betz-Chrom GmbH & Co. KG in Gräfelfing nimmt das allerdings eher gelassen: Sie beschäftigt mehrere Flüchtlinge – auch Menschen mit Duldung und daher von Abschiebung bedroht. Sie anzustellen, versteht sie einerseits als Teil ihres betriebseigenen Diversity Managements, andererseits ist multikulturelles Miteinander für sie ein gesellschaftliches Selbstverständnis. „Die Flüchtlinge haben auf unserer Homepage entdeckt, dass wir Mitarbeiter suchen, haben sich beworben, waren von der Qualifikation her passend“, erzählt Betz. Sie hat die Bewerber eingestellt, freut sich über die hohe Motivation und dass sie etwas erreichen wollen. „Die Planungsunsicherheit durch drohende Abschiebung sollte man nicht überbewerten, auch ein Inländer kann plötzlich und unerwartet ausfallen“, kommentiert die Firmenchefin pragmatisch.

Auch für jugendliche Flüchtlinge hat Miriam Betz ein Herz. So unterstützt sie die SchlaU-Schule – ein besonderes Münchner Projekt, das jungen Flüchtlingen schulanalogen Unterricht bietet und sie bis zum Schulabschluss bringt. Betz-Chrom bildet deren Absolventen immer wieder als Azubis aus. So hat auch der junge Marf aus dem Irak bei Betz-Chrom seine Lehre zum Oberflächenbeschichter abgeschlossen – zur großen Zufriedenheit von Miriam Betz. „Ich habe meine Chance genutzt, möchte etwas erreichen. Mittlerweile habe ich auch einen dauerhaften Aufenthalt“, erzählt Marf stolz. „Betz-Chrom ist mein zweites Zuhause geworden.“