Selbstverwaltung der Wirtschaft

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© 1. Selbstständigentag

IHK wird Bayerns Bewilligungsstelle für Corona-Hilfen des Bundes

Erster Selbstständigen-Tag mit 260 Teilnehmern

IHK-Wahl: Kanditaturphase mit Rekordergebnissen

IHK stemmt Großaufgabe: Corona-Hilfen für Bayerns Unternehmen

Corona hat alles verändert, auch die Arbeit der IHK. Ende Mai hat die bayerische Staatsregierung die IHK darum gebeten, die Administration der Überbrückungshilfe zu übernehmen. Präsident Eberhard Sasse sagte sofort zu. Die IHK hatte damit eine der größten und wichtigsten Aufgaben ihrer Geschichte zu bewältigen: Als zentrale Bewilligungsstelle im Freistaat alle bayerischen Anträge für die Corona-Wirtschaftshilfen des Bundes zu bearbeiten.

Für die sogenannte Überbrückungshilfe I hat die Bundesregierung insgesamt 25 Milliarden Euro bereitgestellt. Die Förderung bestand aus einem Fixkosten-Zuschuss. Voraussetzung war ein Umsatzeinbruch von mindestens 60 Prozent in den Monaten April und Mai. Den Zuschuss gab es für den Zeitraum von Juni bis August. Die Antragsfrist endete am 30. September. Erwartet wurden bis zu 200.000 Anträge. Die Bundesregierung sorgte für einen Stolperstart der Überbrückungshilfe. Bundeswirtschaftsministerium und Bundesfinanzministerium waren sich wochenlang über die Förderkriterien uneinig. Zudem verzögerten technische Probleme mit dem Antragsportal des Bundes den Förderbeginn. Das Antragsverfahren startete schließlich am 8. Juli, das Fachverfahren am 27.Juli. Die IHK änderte für dieses Projekt den Arbeitsschwerpunkt und ihre Organisationsstruktur. Die Überbrückungshilfe hatte oberste Priorität. Es wurde eine Task Force Überbrückungshilfe gebildet, die Abwicklung erfolgt gänzlich mit internen IHK-Mitarbeitern.

Auch das politische Interesse daran war hoch. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger informierte sich am 27. Juli in der IHK über den Bearbeitungsprozess der Förderanträge. In den folgenden Wochen kamen folgende Politiker in die IHK, um sich ein Bild über den Stand der Überbrückungshilfe zu machen: Stephan Mayer (CSU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, die Bundestagsabgeordneten Daniel Foest (FDP) und Dieter Janecek (Grüne) sowie die Landtagsabgeordneten Julika Sand (FDP), Eva Lettenbauer und Ludwig Hartmann (beide Grüne).

Das Bundeswirtschaftsministerium hat am 18. September die Überbrückungshilfe II angekündigt. Das Antragsverfahren hat am 21. Oktober begonnen, der Start des Fachverfahrens war am 23. November. Die November- und Dezemberhilfe kamen noch dazu. Die IHK hat für jede dieser Aufgaben Einsatzteams gebildet und Projektleiter bestimmt, im Dezember kamen erstmals Mitarbeiter externer Dienstleister zum Einsatz.

Die Gesamtbilanz war beeindruckend. Dank IHK kam in Bayern mehr Geld und schneller Geld bei den Unternehmen an als in anderen Bundesländern. Überbrückungshilfe I, II, November- und Dezemberhilfe waren bis Jahresende zum überwiegenden Teil bereits bearbeitet. Für die Bearbeitung der Überbrückungshilfe III wurden alle Vorbereitungen getroffen. Als hilfreich hat sich im Vorfeld der eigentlichen Antragsbearbeitung die Zusammenarbeit mit der Steuerberaterkammer erwiesen. Neben der Klärung technischer und steuertechnischer Fragen wurden dabei auch Forderungen an die Bundesregierung für die Anpassung der Förderkriterien erarbeitet.

Konjunktur und Krisenverlauf

Harter Einbruch im Frühjahr

Die Corona-Krise hat auf die IHK-Konjunkturumfragen voll durchgeschlagen. Entscheidende Messgröße ist der IHK-Konjunkturindex, der die Geschäftslage und die Geschäftserwartungen der Unternehmen in einem Wert zusammenfasst. Nach verhaltenem Start der Konjunktur zu Jahresbeginn die Stimmung der Unternehmen im Frühjahr massiv eingebrochen. Der IHK-Konjunkturindex sank nach 115 Punkten zu Jahresbeginn auf 80 Punkte. Seit Beginn der Befragungen im Jahr 1993 ist dies der zweitniedrigste Wert. Noch nie zuvor ist die Stimmung jedoch in so kurzer Zeit derart massiv eingebrochen. Im Laufe des ersten Quartals stieg in Europa die Zahl der Corona-Infektionen stark an. Als Folge wurden in Deutschland viele Geschäfte geschlossen, es entstanden Krisenbranchen, die unter schweren Umsatzverlusten oder komplettem Geschäftsstillstand litten: Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, Kultur-, Freizeit- und Erholungsindustrie sowie die Messe- und Veranstaltungswirtschaft. Auch das internationale Geschäft brach massiv ein, denn die Lieferketten und Absatzwege waren in Folge von Grenzschließungen und ebenfalls eingeleiteter Infektionsschutzmaßnahmen vieler anderer Länder unterbrochen. Aber zumindest einen Lichtblick gab es: Die Erwartungen der Unternehmen waren nicht so schlecht wie zum Tiefpunkt der Finanzkrise 2008/2009.

Lage im Sommer stabilisiert sich

Im Mai verbesserte sich das Stimmungsbild im Vergleich zur März-Umfrage: Knapp 40 Prozent der Unternehmen berichteten von gleichbleibenden oder steigenden Umsätzen, rund 60 Prozent erwarten Umsatzrückgänge, bei rund 10 Prozent liegen die Umsatzrückgänge bei mehr als 50 Prozent. Nur 6 Prozent berichteten von einer drohenden Insolvenz, im März waren es noch 18 Prozent. Die Corona-Förderkredite und die Tilgungsstundungen der Banken (über 42.000 allein bei Sparkassen in Bayern) haben den Unternehmen Luft verschafft. Rund 80 Prozent der Unternehmen bezeichneten ihre Liquidität als gut oder befriedigend. Im Zuge nachlassender Infektionszahlen wurden die Maßnahmen über den Sommer schrittweise gelockert. Gleichzeitig zog die Nachfrage insbesondere aus China deutlich an. Auch die Liefer- und Absatzketten stabilisierten sich. Mit massiven finanz- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, wie insbesondere der Soforthilfe, der Überbrückungshilfen oder ausgeweiteten Regelungen zur Kurzarbeit hat die Bundes- und Landesregierung die Wirtschaft gestützt. Bereits im Sommer hat die Erholung eingesetzt und zu einer Stabilisierung der Stimmung in der Wirtschaft beigetragen.

Kein massiver Stimmungseinbruch im Herbst trotz zweitem Lockdown

Im Herbst sprang der IHK-Konjunkturindex wieder deutlich auf 96 Punkte nach oben. Was sich positiv auswirkte: Trotz des Wirtschaftseinbruchs blieb der Arbeitsmarkt verhältnismäßig stabil. Steigende Infektionszahlen und ein damit verbundener zweiter Lockdown haben allerdings die Erholung gegen Jahresende ausgebremst. Anders als im Frühjahr war kein erneuter massiver Stimmungseinbruch zu verzeichnen. Grund war vor allem das gute Geschäft der Industrie und der Baubranche. Hoffnung machte zudem die Aussicht auf bald verfügbare Impfstoffe.

Oberbayern 2030+: Dialogprozess schreitet trotz Corona-Pandemie voran

Seit Corona steht die Welt Kopf. Dies hat sich auch im Zukunftsdialog Oberbayern 2030+ bemerkbar gemacht: Blickkontakt per Webcam statt von Angesicht zu Angesicht bestimmten das Miteinander in den nun notwendigen virtuellen Workshops, Ideenwerkstätten und Expertenrunden. Dem kreativen und engagierten Austausch darüber, wie der Wirtschaftsstandort Oberbayern in Zukunft aussehen wird, tat das keinen Abbruch. Zunächst jedoch wurden die bisher identifizierten Trends und Treiber der Zukunft einem „Corona Test“ unterzogen: Was bedeutet die Pandemie für Oberbayerns Zukunft? Welche anderen Bedürfnisse treten durch Corona zu Tage und werden diese 2040 noch eine Rolle spielen? Damit beschäftigte sich z.B. der Kaminabend mit ExpertInnen aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Einig war sich die Runde in der Einsicht, die Coronakrise werde den Wandel Oberbayerns dramatisch beschleunigen. Offen ist nur die Frage, welche Corona-Effekte kurzfristig oder dauerhaft wirken. Messe-Chef Klaus Dittrich sagte, die Digitalisierung sei für die Zukunft Oberbayerns überlebenswichtig.

BayWa-Chef und IHK-Vizepräsident Klaus Lutz und die BR-Redakteurin Jeanne Turczynski erklärten, als Folge der Digitalisierung und Video-Konferenzen, sei in Gesellschaft und Wirtschaft das neue Bedürfnis nach Nähe entstanden. Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert (Freie Wähler) ergänzte, deshalb müsse sich in Oberbayerns Unternehmen eine neue Führungskultur entwickeln. Die Chefs müssten mit viel Empathie mobiles Arbeiten fördern und gleichzeitig die soziale Isolation der Mitarbeiter verhindern. Ex-Mönch, Unternehmensberater und Autor Anselm Bilgri meinte, Corona sei nur der Anfang. Die Krisen würden in immer kürzeren Abständen auftreten. Die früh zu erkennen und schnell zu reagieren, das sei für Oberbayerns Unternehmen überlebenswichtig. IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl sagte voraus, Corona werde die Trends zu De-Globalisierung und Protektionismus verstärken.

Auch die nachfolgenden Veranstaltungen haben es deutlich vor Augen geführt: geht es um Oberbayerns Zukunft und um das, was Menschen wie auch Wirtschaft fit für die Herausforderungen für 2040 macht, kommen immer wieder die Themencluster Bildung, Digitalisierung und Mobilität ins Spiel. Im Sommer 2021 wird der Dialogprozess Oberbayern 2030+ beendet und die erarbeiteten Maßnahmen und Handlungsfelder werden den IHK-Mitgliedsunternehmen präsentiert.

Welche Themen werden bei der IHK angefragt?

In Sachen Service für die Mitglieder absolvierte die IHK ein Jahr der Superlative: Noch nie waren ihre Spezialisten, Juristen und Mitarbeiter des Informations- und Servicezentrums (ISZ) so gefragt wie seit Beginn der staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Hier eine Übersicht der wichtigsten Fragen und Klagen der Unternehmen:

  • Soforthilfe dauert zu lange, Antragsablehnung nicht nachvollziehbar. Klagen über Konstruktionsfehler der staatlichen Förderung: Geschäftsführungsgehalt kann nicht in Betriebsausgaben eingerechnet werden, parallele Grundsicherung für private Lebenshaltungskosten notwendig.
  • Sicherung der Liquidität. Die IHK hat das Muster für einen Liquiditätsplan im Internet zum Download bereitgestellt. Es kam zu keiner Kreditklemme. Banken boten in vielen Fällen die Stundung von Tilgungszahlungen an. Die Kreditvergabe funktionierte in den meisten Fällen auf Basis der Corona-Förderprogramme. Allerdings finanzierten die Banken nur Bestandskunden. Problem Nummer zwei: Die staatlichen Zuschüsse haben nur einen Teil der Pandemie-bedingten Verluste abgedeckt. Viele Selbstständige opferten Reserven und Altersversorgung, größere nahmen sehr hohe Darlehen auf. Hier entstand das langfristige Risiko eines schlechteren Kreditratings und damit der Verschlechterung künftiger Finanzierungsmöglichkeiten.
  • Personalkostenreduzierung. Hier beantwortete die IHK viele Fragen zur Kurzarbeit: Welche Übergangsregelungen gibt es bei Wiederanlaufen? Wie läuft der Übergang bei Kündigungen? Großes Thema waren Mieten für Ladenflächen und Gewerberäume. Etwa die Hälfte der Vermieter boten hierzu kurzfristige Erleichterungen und Preisnachlässe an. Für Unternehmen der Krisenbranchen reichte das aber nicht aus. Sie brauchten längerfristige Lösungen.
  • Die IHK-Spezialisten rieten Firmen, die mit langen Schließzeiten konfrontiert wurden, auch zur Prüfung der Option geplante Insolvenz und späterer Neustart.
  • Die IHK erhielt viele Briefe verzweifelter Unternehmen aus Branchen, die besonders hart von der Krise getroffen wurden: Großveranstalter, Messen, Eventcaterer, Schausteller, Reisebüros etc. Sie enthielten meist die Bitte, der Staat müsse voll für die Schäden aufkommen, die er mit seinen Notmaßnahmen verursacht habe. Es gab aber auch Stimmen, die die staatlichen Hilfen als zu weitgehend kritisierten.
  • Schließlich gab es viele Fragen zum grenzüberschreitenden Verkehr, Wiederöffnung und Hygienevorschriften.

Erster Selbstständigen-Tag mit 260 Teilnehmern

Auf dieses Format hat die Zielgruppe lange gewartet: Die IHK veranstaltete am 30. Januar den ersten Selbstständigen-Tag im Münchner Stammhaus der IHK an der Max-Joseph-Straße. Zur Premiere kamen knapp 260 Solo-Selbstständige und Kleinunternehmer. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) eröffnete die Veranstaltung. Er sagte, Bayerns Wirtschaftspolitik habe in der Vergangenheit die Interessen der Selbstständigen nicht ausreichend im Blick gehabt. „Wir müssen alles dafür tun, dass Sie Ihr Geld verdienen können“, erklärte Aiwanger. An oberster Stelle stehe der Bürokratieabbau. Gemeinsam mit der IHK plane die Staatsregierung einen „Small Business Act“, der Gründer und Selbstständigen das Leben leichter machen werde. IHK-Präsident Eberhard Sasse warb vehement für das Unternehmertum. „Ich wollte immer mein eigenes Ding machen“, sagte Sasse und sprach damit vielen Teilnehmern aus dem Herzen. Das Gespräch mit den Teilnehmern machte deutlich, was Bayerns Selbstständigen Sorgen macht: die von der Bundesregierung geplanten Regeln gegen die Scheinselbständigkeit.

IHK-Vollversammlung im Dezember

Die IHK-Vollversammlung am 9. Dezember stand ganz im Zeichen von Corona. Präsident Eberhard Sasse sprach von einem Jahr, wie er es noch nie erlebt habe. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bedankte sich per Video-Botschaft für die „großartige Arbeit“ der IHK bei der Überbrückungshilfe. Dank der Professionalität und Effektivität der IHK komme das Geld der Bundeshilfen in Bayern schneller als in allen anderen Bundesländern bei den Firmen an. Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl erläuterte dem Plenum im Detail, welchen Kraftakt das für die IHK bedeutet. Man sei quasi über Nacht zu Deutschlands größter Bewilligungsstelle mutiert, habe zusammengerechnet 100 Vollzeitstellen für die Überbrückungshilfe im Einsatz. „Wir geben alles“, versicherte Gößl. Zudem habe die Bundesregierung aus den Fehlern bei der Soforthilfe gelernt. Es sei klug gewesen, die Steuerberater mit ins Boot zu nehmen. Die Vorteile sind für Gößl klar: Die Steuerberater filtern die Anträge vor, verfügen über mehr Sachverstand, machen den Antragsprozess effizienter.

Mit dem Schlagwort „Belastungsmoratorium“ gab Gößl die Marschrichtung für die politische Interessensvertretung vor. Er warnte vor jeder Form der Steuerverschärfung. In diesem Zusammenhang lehnte das Plenum einen nationalen Alleingang mit dem Sorgfaltspflichtengesetz ab. Söder versprach den Unternehmern ein „Aufschwungprogramm“ und das, was im Börsensaal jeder gerne hörte: die Ausweitung des Verlustrücktrags und die Senkung der Steuerlast der Unternehmer.

Die IHK-Website – erste Anlaufstelle in der Corona-Krise

Die IHK hat seit Beginn der Corona-Pandemie die Unternehmen auf ihrer Website kontinuierlich über alle Vorschriften, Gesetzesänderungen, Fördermaßnahmen und Steuererleichterungen informiert. Sie stellte Musterhygienekonzepte zur Verfügung und war tagesaktuell bei den Regelungen für Kurzarbeitergeld oder Reiseeinschränkungen am Ball. Mit Erfolg: Die IHK Website zählte im vergangenen Jahre 2,36 Millionen Besucher, das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr (+136%). Insgesamt haben die User 4,95 Millionen Seiten der IHK-Website abgerufen (+52%), 1,5 Millionen Seiten gingen dabei auf das Konto von Corona.

Am 27. Januar gab es den ersten Corona-Infizierten in Bayern. Am 28. Januar war dies auch Thema auf der IHK-Website, allerdings ausschließlich unter dem Gesichtspunkt, ob Dienstreisen nach China überhaupt noch möglich sind und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Rasch kam der ganze Komplex der Erleichterungen bei der Kurzarbeit hinzu. Als Mitte März die Schließungen verkündet wurden, war die IHK-Website ein Kompass in den sich ständig ändernden Regelungen mit bis zu 30.000 Seitenabrufen täglich.

Wer darf wann, wo und unter welchen Bedingungen öffnen? Diese Frage war und ist ganz oben auf der Hitliste der Website. Eng damit hängen die geforderten Hygienekonzepte zusammen, die ebenfalls sehr stark gefragt wurden. Viel Resonanz erhielten die Inhalte zu finanziellen Unterstützungen sowie – vor allem im Sommer – arbeitsrechtliche Fragen rund um Reisen in Risikogebiete. Umsatzsteuersenkungen und Steuererleichterungen, Infos rund um Homeoffice und Dienstreisen rundeten das Informationsangebot ab. Alles war allen Inhalten gemeinsam: Sie mussten ständig überarbeitet werden und waren, kaum veröffentlicht, schon wieder überholt. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Vorbereitung der IHK-Wahl: Hybrid-Modus und digitale Vermarktung

Die Vorbereitung der IHK-Wahl 2021 gehörte zu den Arbeitsschwerpunkten der IHK. Die IHK hat hierfür ein Wahl-Team aus eigenen Mitarbeitern gebildet und eine Marketing-Agentur beauftragt. Am 13. Januar erfolgte die konstituierende Sitzung des Wahlausschusses. Am 5. Februar war die Wahl-Kampagne bereits konzipiert und einsatzfähig. Das Projekt IHK-Wahl stand ganz im Zeichen der Digitalisierung. Für die IHK-Wahl wurde erstmals ein Hybrid-Modus entwickelt: Neben der traditionellen Briefwahl wurde für stimmberechtigte Unternehmerinnen und Unternehmer die Möglichkeit der Online-Wahl entwickelt – was entsprechenden technischen Aufwand erforderte. Am 31. Juli wurden die Dienstleister für die Hybridwahl beauftragt. Zudem wurde das Konzept für das digitale Marketing der IHK-Wahlkampagne erstellt. Alle verfügbaren Kanäle wurden für die IHK-Wahl gebündelt: Wahlwebsite, Social-Media-Verlinkungen, Mailings und E-Reminder. Um nutzlose Streueffekte zu vermeiden, wurden mit einer Datenbereinigungsaktion rund 18.500 gültige E-Mail-Adressen gewonnen.

IHK-Wahl: Bewerbungsphase erfolgreich abgeschlossen

Die Digitalisierung machte es möglich. Noch nie war eine Bewerbung und Beteiligung bei einer IHK-Wahl so einfach: dank eigener Kampagnen-Website, der Anleitung „Wahl einfach/leicht gemacht“, einem Kontaktformular für potenzielle Bewerber, Kandidatenportal mit integriertem Werbemittel-Manager und einem Erklärvideo für die Kandidaten. Kartendarstellung und eine Suchfunktion für Wahlgruppen und Wahlbezirk machten sofort klar, wer wo und für welche Branche kandidiert. Die IHK organisierte ein kostenloses Porträt-Fotoshooting für die Kandidaten. Zudem erhielten Bewerberinnen und Bewerber die Möglichkeit, sich und ihre wirtschaftspolitischen Ziele im Kandidatenportal vorzustellen. Als Folge gab es so viel Interaktion und Austausch wie noch nie bei einer IHK-Wahl. Am 26. November wurde die Kandidaturphase mit einem super Ergebnis abgeschlossen. Die IHK hatte das Ziel, mehr als 600 Kanditaturen zu gewinnen – es wurde übererfüllt mit rund 180 Kandidaturen für die Vollversammlung und rund 590 Kandidaturen für die Regionalausschüsse.

Frauen in der Wirtschaft

Auch in Corona-Zeiten hat sich die IHK für München und Oberbayern für das Thema „Frauen in der Wirtschaft“ eingesetzt. Die IHK verfolgt dabei folgende Ziele: Unternehmerinnen unterstützen, Frauen zur Selbständigkeit ermutigen und erfolgreiche Unternehmerinnen als Vorbilder sichtbar machen.

Arbeitskreis „Frauen in der Wirtschaft“ virtuell aktiv

Auch die Pandemie konnte diesen Elan nicht stoppen: Der IHK-Arbeitskreis „Frauen in der Wirtschaft“ setzte sein Engagement mittels virtueller Sitzungen fort. Mehr als 50 Unternehmerinnen und Geschäftsführerinnen aus allen Branchen Oberbayerns sind in dem Arbeitskreis aktiv. Natürlich bestimmte Corona die Agenda. Die Unternehmerinnen über 50 Unternehmerinnen und Geschäftsführerinnen aus allen Branchen in Oberbayern zu seinen Mitgliedern zählt. Die Unternehmerinnen berichteten, vor welchen Problemen sie stehen, wie sie versuchen, damit umzugehen – und welche Wege es gibt, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Arbeitskreis „Frauen in der Wirtschaft“: Diskussion mit Ministerin Trautner

Ein Highlight in der Arbeit des Arbeitskreises „Frauen in der Wirtschaft“ war der Austausch mit Carolina Trautner (CSU), der Bayerischen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales. Die Ministerin schaltete sich online der Herbstsitzung des Arbeitskreises zu. Trautner machte den Frauen ein Kompliment für ihren Einsatz in der Krise. Insbesondere die Frauen, so Trautner, hielten „das Land am Laufen“ – weil sie in den systemrelevanten Branchen – Einzelhandel, Medizin, Kitas – die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten stellen. Leider passe ihr Einkommen aber nicht zu ihrer großen Verantwortung. Trautner verwies auf die Aktion „Wir Frauen (helfen) zusammen“, die den Einsatz der Frauen in der Krise sichtbar machen will:

https://www.stmas.bayern.de/unser-soziales-bayern/frauen/index.php

Im Gegenzug gab der Arbeitskreis der Ministerin folgende fünf Kernforderungen der bayerischen Wirtschaft mit auf den Weg mit der Bitte, sich dafür auf Landes- und Bundesebene einzusetzen:

  • Verhinderung eines flächendeckenden Lockdowns
  • Fortsetzung der Zuschussprogramme für die Wirtschaft
  • Umsetzung eines „Gesundungsprogramms“
  • Vermeidung einer flächendeckenden Schließung von Schulen und Kindergärten
  • Konsequente Entlastung von Unternehmen und unbedingte Vermeidung zusätzlicher Belastungen etwa in Form des Unternehmenssanktionsrechtes oder des Lieferkettengesetzes.

IHK-Facebook-Gruppe „Unternehmerinnen digital“ auf Wachstumskurs

IHK-Facebook-Gruppe „Unternehmerinnen digital“ hat sich weiter gut entwickelt. Sie ist mittlerweile auf mehr als 1.000 Unternehmerinnen angewachsen. Die Mitglieder der Facebook-Gruppe profitieren inhaltlich vom Input der IHK mit vielem Informationen und Veranstaltungshinweisen – und natürlich verfolgt das Netzwerk das Ziel, inspirierende Frauen sichtbar zu machen. Zu Anfang der Pandemie unterstützten die Gruppenmitglieder sich mehrmals wöchentlich wechselseitig mit kurzen Onlineseminaren zu den in der Pandemie relevanten Themen: vom Homeoffice bis zur Sichtbarkeit in Social Media.

Reihe „Unternehmerinnen im Gespräch“ im virtuellen Modus

Die Reihe „Unternehmerinnen im Gespräch“ wurde im virtuellen Modus fortgesetzt. Dieses Format organisiert die IHK seit mehreren Jahren mit dem Verband deutscher Unternehmerinnen. Im Mai wurde Dr. Elisabeth Sandmann, Teilhaberin des Elisabeth Sandmann Verlags, vorgestellt. Im Oktober empfing die Fotografin Simone Naumann die Teilnehmerinnen per Videokonferenz. Jeweils zwischen 30 und 40 Frauen waren bei den virtuellen Meetings mit dabei. Obwohl der direkte Kontakt nicht möglich war, sprang die Inspiration der beiden Unternehmerinnen auf die Teilnehmerinnen über.

Mentorinnen und Mentees für TWIN – Two Women Win geworben

Die IHK hat erfolgreich für das Mentoringprogramm „TWIN – Two Women Win“ der Käte Ahlmann Stiftung geworben. Die IHK begleitet dieses Programm gemeinsam mit dem Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU). Es nahmen rund 15 Frauen teil. Das Programm bringt erfahrene Unternehmerinnen mit selbstständigen Frauen zusammen, die erst kürzlich gegründet haben, oder die schon länger am Markt sind und Veränderungen anstreben.

IHK-Unternehmerinnentag 2020: online und mit Rekordresonanz

Mit 550 Anmeldungen interessierten sich so viele Frauen wie nie für den IHK-Unternehmerinnentag. Rund 280 nahmen kontinuierlich virtuell teil. Sie erlebten als Keynote-Speakerin Maxi Knust von fempreneuer, ein Barcamp in zwei Runden mit zusammen zehn Sessions zu aktuellen Themen sowie zum Abschluss die Kabarettistin Anka Zink. Moderiert wurde der Tag wie immer von Susanne Rohrer.