Highlights 2019: International

Eu und Great Brittain Flagge vor Big Ben im zeichen des Brexits
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Zu den Topthemen der IHK im Themenfeld International gehörten 96.911 Exportdokumente, die ausgestellt wurden, die Trade & Connect mit 200 Teilnehmern sowie die Schwerpunktthemen Brexit und Europawahl.

Außenwirtschaft in Zahlen

Die IHK für München und Oberbayern hat 3.046 Carnets und insgesamt 96.911 Exportdokumente ausgestellt. Unter die Rubrik Exportdokumente fallen Ursprungszeugnisse, Handelsrechnungen und sonstige Bescheinigungen. Bemerkenswert ist der digitale Trend: Schon 52 Prozent der 69.866 Ursprungszeugnisse wurden bei der IHK elektronisch eingereicht.

BREXIT: Online-Infos für Mitglieder, Veranstaltungen, Roadshow

Die Vorbereitung der Unternehmen auf den Brexit war ein Schwerpunkt der IHK-Arbeit – auch wegen der Bedeutung Großbritanniens für Bayerns Exportwirtschaft. Großbritannien ist der drittwichtigste Absatzmarkt für Bayerns Industrie. Was die Verunsicherung der bayerischen Unternehmen noch größer machte: Der Brexit-Termin wurde im Rahmen der Austrittsverhandlungen zweimal verschoben. Erst vom 30. März auf 31. Oktober, und dann erneut auf den 31. Januar 2020. Was die Verwirrung nicht kleiner machte, was der Umstand, dass Medien und selbst Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger die Hoffnung nährten, der Brexit werde ganz abgesagt. Die bayerischen IHKs (BIHK) haben mit vielen Online-Informationen ihre Mitglieder über Brexit-Verhandlungsstand und mögliche Brexit-Folgen informiert. Im Brennpunkt standen die Themen Zoll, Transport, Dienstleistungserbringung, Steuern Recht und Finanzen. Neben Brexit-Großveranstaltungen in Brüssel und München starteten die IHKs zu Jahresbeginn eine BREXIT-Roadshow in Oberbayern, um auch Mittelständler in der Fläche zu erreichen.

Der Welthandel schaltet einen Gang zurück

Im Welthandel hat sich der Trend der Vorjahre fortgesetzt: eine Verlangsamung der Globalisierung. Güter- und Dienstleistungshandel legen zwar noch zu, das Wachstum hat sich aber abgeschwächt. Frank Dollendorf, Leiter der IHK-Außenwirtschaft, spricht von „Slowbalisation“. Der Trend ist laut Dollendorf politisch verursacht. Beispiel USA. Der Begriff „nationales Sicherheitsinteresse“ wird so weit gefasst, dass damit Handelshemmnisse, Sanktionen und Investitionsbeschränkungen begründet werden. Beispiel China. Das strategische Investieren in ausländische Infrastruktur zementiert eigene Machtansprüche, was Gegenmaßnahmen der USA provoziert. Dieser globale Konflikt hat sich 2019 verschärft. Die Risiken für die Exportwirtschaft Deutschlands und Bayerns hält Dollendorf für beträchtlich. Das Problem: Nur die EU hat genügend Marktmacht, um auf diesen Konflikt Einfluss zu nehmen.

‎15 Jahre Auwi-Portal ‎

Das Außenwirtschaftsportal Bayern hat sein 15-jähriges Jubiläum gefeiert. Die Online-Plattform ist ein gemeinsames Angebot der bayerischen IHKs (BIHK) und der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern. IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl hat in einem Interview für das sogenannte Auwi-Portal auf dessen Nutzen für international aktive Mittelständler hingewiesen. Gößl selbst hat dieses Projekt mit angestoßen. „Das war Folge einer einfachen, aber wirksamen Idee: Alle Akteure der Außenwirtschaft im Freistaat zusammenbringen - IHKs, Wirtschaftsministerium, Handwerkskammern und Bayern International. Das bringt mehr Übersicht, Schlagkraft und Reichweite“, sagte Gößl.

Wirtschaftsforum Polen mit Schwerpunkt Erneuerbare Energien

Das „‎Wirtschaftsforum für bayerische und ‏polnische Unternehmen‎ - Zukunftschance Erneuerbare Energien" fand am 21. Februar in der IHK München statt. Kooperationspartner waren die ‎Deutsch-Polnische Industrie- und Handelskammer, der Landkreis München und seine polnischen Partnerlandkreise Krakau und Wieliczka. Fazit der Veranstaltung: Obwohl sich Polens Regierung gegen Klimaschutz-Pläne der EU wehrt, herrscht in Polen in Sachen Erneuerbaren Energien Aufbruchsstimmung – auch Polen muss das ‎EU-Ziel umsetzen, bis 15 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen. Da Polen in den vergangenen Jahrzehnten sehr stark auf die Kohle setzte, hat das Land einen hohen Bedarf an Solaranlagen, Photovoltaik sowie On- ‎und Offshore-Windparks.

Expertenrunde zur Europawahl 2019‎

Die bayerischen IHKs (BIHK) haben am 3. April gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Brüssel eine Podiumsdiskussion zur Europawahl veranstaltet. Im Brennpunkt standen die Themen Binnenmarkt, Digitalisierung, KMU-Förderung und Klimastrategie. Das Gespräch zwischen Vertretern der bayerischen und österreichischen Wirtschaft und Experten der EU-Institutionen vor 74 Teilnehmern machte klar, dass es einige Konflikte zu lösen gibt. Konsens bestand aber in der Einsicht, dass Europa auf zwei Feldern Fortschritte braucht: Verwirklichung der Dienstleistungsfreiheit und Schaffung eines Digitalen Binnenmarkts.

Ungarn wirbt um stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit

Gábor Tordai-Lejkó, Ungarns Generalkonsul in München, hat im April in einem Schreiben an IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl für eine Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen geworben. Diese Beziehungen sind traditionell gut. Deutschland ist mit Abstand Ungarns wichtigster Handelspartner. Innerhalb Deutschlands nehmen Bayern und die Autoindustrie eine Sonderstellung für Ungarn ein. Was der Generalkonsul betonte: Die Entscheidung BMWs, im ungarischen Debrecen mehr als eine Milliarde Euro für einen Produktionsstandort zu investieren. Tordai-Lejkó nannte das eine Schlüsselinvestition. Audi, Mercedes und Bosch sind ebenfalls in Ungarn aktiv. In Summe sorgt die Automobilindustrie in Ungarn für einen Jahresumsatz von mehr als 25 Milliarden Euro und gut 170.000 Jobs.

Studie „EU-Binnenmarkt: Ein Erfolgsmodell für Bayern“‎

Prof. Gabriel Felbermayr, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, hat im Auftrag der bayerischen IHKs (BIHK) die Studie „EU-Binnenmarkt: Ein Erfolgsmodell für Bayern“ erstellt. Die Ergebnisse hat Felbermayr im Rahmen des BIHK-Europaforums, das am 7. Mai unter dem Slogan „Bayerns Wirtschaft – erfolgreich in Europa“ stattfand, vorgestellt. Der Ökonom widersprach fundamental den Argumenten der Nationalisten, die den EU-Binnenmarkt und die EU für die Verschärfung aller sozialen Probleme verantwortlich machen. Laut Felbermayr bringt der EU-Binnenmarkt Bayern pro Jahr eine zusätzliche Wertschöpfung von rund 25 Milliarden Euro – und jedem Beschäftigten im Freistaat ein Einkommensplus von vier Prozent. Weiterer wichtiger Punkt: Bayerns Wohlstand geht nicht auf Kosten des übrigen Europas. Alle EU-Länder haben vom Binnenmarkt profitiert.

BIHK-Diskussion in Brüssel: das Leiden der Dienstleister ‎

„Expertenrunde: Dienstleistungsbinnenmarkt – Kann Europa mehr?“ – unter diesem Slogan stand eine Podiumsdiskussion, die am 9. Juli in der Brüsseler Vertretung des Freistaates Bayern stattfand. Veranstalter waren die bayerischen IHKs (BIHK), die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und das Enterprise Europe Network in Kooperation mit der IHK südlicher Oberrhein. Rund 100 Teilnehmer kamen, um über die Reizthemen „A1-Bescheinigung“ und „EU-Entsenderecht“ zu diskutieren. Dahinter verbirgt sich ein Dauerproblem: Die EU-Mitgliedsstaaten versuchen mit allen Tricks, ihre Dienstleistungsmärkte abzuschotten. Thomas Laxhuber, Unternehmer aus Massing, gab in Brüssel einen verstörenden Lagebericht: Deutsche Krankenkassen stellen A1-Bescheinigungen nicht zeitnah aus, die Behörden in den Nachbarländern reizen aber ihren Bußgeldkatalog aus. IHK Referatsleiter Alexander Lau stellte eine ifo-Studie vor, die das Gesamtbild noch absurder machte: Die Bürokratie blüht dort, wo die Wachstumschancen liegen. Dienstleistungen machen zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der EU und 70 Prozent der Gesamtbeschäftigung aus. Gabriel Felbermayr, Autor der ifo-Studie, sagte, es gebe nur eine Lösung: Sozialsysteme in der EU aufeinander abstimmen. Das mache Kontrollbürokratie überflüssig. Das Problem: Frankreichs Präsident Macron will genau das, die EU-Mitglieder Polen und Ungarn sperren sich. Sie sehen in ihren niedrigeren Sozialstandards einen Standortvorteil.

Afrikaforum Bayern 2019‎

„Full house“ beim Afrikaforum Bayern 2019 am 25. Juli auf dem Münchner Messegelände: Mit 200 Teilnehmern war die Veranstaltung ausgebucht. Ein Indiz für das steigende Interesse der bayerischen Wirtschaft an Afrika. Das Forum wurde von der IHK federführend für die bayerischen IHKs (BIHK) unter dem Slogan „Märkte für den Mittelstand in Ost und West“ organisiert. Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert, BIHK-Präsident Eberhard Sasse und Gastgeber Stefan Rummel von der Messe München eröffneten das Forum. Mehr als 30 Afrika-Experten und Unternehmensvertreter referierten über Afrikas Märkte und Geschäftschancen. Prof. Gabriel Felbermayr, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, stellte eine Afrika-Studie vor, die er im IHK-Auftrag erstellt hatte. Tenor: Die Länder Afrikas eint eine junge, wachsende Bevölkerung. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Märkten sind aber gewaltig. Felbermayrs Rat an Mittelständler: Gut überlegen, in welchen Markt man einsteigt und langfristig denken. Afrika wird in einigen Jahren die höchsten Wachstumsraten haben und Innovationen ermöglichen, die nur dort möglich sind. Vier Workshops beschäftigten sich mit Ausbildung und Beschäftigung, Markterschließung, Digitalisierung, Logistik und Zoll. Experten der deutschen Auslandshandelskammern in Afrika standen für individuelle Beratung der Unternehmer bereit.

Vierte Sitzung der bayerischen IHK-Außenwirtschaftsausschüsse in Würzburg ‎

Die Außenwirtschaftsausschüsse der neun bayerischen IHKs haben sich am 23. September zu ihrer vierten gemeinsamen Sitzung getroffen. Das Motto der Tag lautete „Aus Bayern weltweit erfolgreich“. Gastgeber war die Firma ‎Koenig und ‎Bauer in Würzburg. Christoph ‎Müller, Vorstandsmitglied von Koenig und ‎Bauer, gab einen Einblick in Geschichte und Entwicklung seines Unternehmens. Prof. Gabriel Felbermayr, ‎Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, ‎erklärte in seinem Vortrag „Weltwirtschaft im Wandel ‎‎– darauf muss sich die bayerische ‎Wirtschaft einstellen“ die Aufgaben, die Bayerns Exportunternehmen lösen müssen. Schwerpunkt der Sitzung war die Diskussion mit Wirtschaftsstaatssekretär Roland ‎Weigert. Im Vorfeld hatten die Ausschüsse neun Kernanliegen zur Stärkung des internationalen ‎Handels formuliert. Diese Forderungen wurden auf dieser Sitzung vorgestellt und mit Weigert diskutiert – sie wurden ihm auch als Broschüre übergeben.

IHK bringt „DIHK Start.up! Germany Tour“ nach München

Die IHK für München und Oberbayern war vom 25. September bis 2. Oktober Ausrichter der „DIHK Start.up! Germany Tour“. Die Tour brachte 20 Startups aus 11 Ländern nach München. Begleitet wurden sie von Startup-Spezialisten ihrer lokalen deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) und einem Vertreter der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit aus dem Projekt „Make IT in Africa.“ Die Geschäftsmodelle der Startups kreisten um die Zukunftsfelder Internet of Things (IoT) und Gesundheitswirtschaft. Ziel der Tour: Vernetzung mit Oberbayerns Startups und Mittelstand. Tourdaten: Besuch des Gate Garching, Guest Pitching im WERK 1. IoT-Startups präsentierten sich auf IHK-Veranstaltung „Startups meet Corporates“ vor oberbayerischen Mittelständlern und Konzernen. Die Healthcare-Startups besuchten den 18. Europäischen Gesundheitskongress. Höhepunkt der Tour: Besuch der Gründermesse „Bits & Pretzels“, auf der frühere US-Präsident Barack Obama die Keynote Speech hielt. Pritesh Hiralal, Gründer und Geschäftsführer von Zinergy Shenzhen, schaffte es im Pitching Contest der Messe bis ins Finale der besten sechs Startups. Die mitgereisten AHK-Experten berieten auf der Bits & Pretzels in der „AHK Foreign Markets Counseling Corner“ kostenlos zum Eintritt in ihre Ländermärkte. Das Beratungsangebot umfasste China, Vietnam, Saudi-Arabien, Iran, Südafrika, Kenia, Nigeria, Ghana, Finnland, Kroatien und die Slowakei.

Brexit: IHK-Workshop mit Experten der britischen Regierung ‎

Die IHK und das Britische Generalkonsulat in München haben am 9. Oktober im Börsensaal der IHK einen Brexit-Workshop veranstaltet. Die Expertenrunde stand unter dem Slogan „Das Vereinigte Königreich nach dem Brexit – Was für einen störungsfreien Handel wichtig ist“. IHK-Präsident Eberhard Sasse betonte, der Workshop sei zugleich eine Premiere: die erste Veranstaltung im 110 Jahre alten und generalsanierten Börsensaal. Alexander Lau, EU-Referatsleiter der IHK, sprach von einer in Bayern einzigartigen Veranstaltung. „Experten der britischen Regierung bieten unseren Unternehmen Informationen aus erster Hand. Das ist ein ganz wichtiger Service“, erklärte Lau. Die Handelsexperten der britischen Regierung und der Britische Generalkonsul in München, Simon Kendall, machten den Teilnehmern Hoffnung. Das Brexit-Ziel der britischen Regierung laute: So wenige Änderungen für den Warenverkehr wie nur möglich.

Zweiter Münchner Exportkontrolltag: 200 Teilnehmer, Top-Besetzung

Brisante Themen, Top-Referenten: Dieses Konzept für den 2. Münchner Exportkontrolltag ging voll auf. Mit 200 Teilnehmern war die Veranstaltung am 24. Oktober im Forum der Münchner IHK Akademie ausgebucht. Kompetent auch das Publikum. Jörg Hartmann, bei der Airbus Defence und Space GmbH Leiter für Export Compliance, sagte, er habe noch nie so viele Exportkontrolleure in einem Raum gesehen. Der Kontrolltag stand unter dem Slogan „Sicher im Auslandsgeschäft“, was in Zeiten eines amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts schwer fällt. Wie schwer zeigte das Beispiel Iran-Embargo. Es reicht für europäische Banken nicht aus, selbst auf Geschäfte im Iran zu verzichten. Sie dürfen keine Firmen finanzieren, die Waren in den Iran liefern. Sonst drohen Sanktionen der US-Behörden. Philipp Weber-Lortsch, Senior Manager/Global Trade Advisery bei Deloitte, warnte vor dem Albtraum-Szenario: dass auch China dem Welthandel ein ähnlich rigides Exportkontrollsystem aufzwingt, wie es die USA heute schon haben. Der Deloitte-Experte riet Unternehmen dazu, eine Betroffenheitsanalyse zu erstellen – vor allem dann, wenn sie Lieferanten und eigene Produktion in China haben. Georg Pietsch, Ausfuhr-Abteilungsleiter beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), meldete Fortschritte. Seine Behörde habe die Bearbeitungszeiten deutlich verkürzt. Allerdings würde die Exportkontrolle schärfer. EU-Parlament und EU-Kommission wollten nicht nur über Waffenexporte Bescheid wissen. Auch Soft- und Hardware, Künstliche Intelligenz, Cloud-Computing, Algorithmen oder gentechnisch veränderte Organismen würden in Brüssel als kritische Waren gesehen.

Wirtschaftsforum Belarus: Östlicher Nachbar – unentdecktes Potential

Die IHK hat in Kooperation mit dem bayerischen Wirtschaftsministerium und der Bayerischen Landesbank am 13. November das „Wirtschaftsforum Belarus: Östlicher Nachbar – unentdecktes Potential“ veranstaltet. Das Forum fand mit 150 Teilnehmern in der Landesbank statt. Mit Bayerns stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger, Belarus ‎Shestakov, stellvertretender Außenminister der Republik Belarus (Weißrussland) und IHK Vizepräsidentin Stephanie Spinner-König als Redner war die Veranstaltung top besetzt. Was Belarus für Bayerns Unternehmen attraktiv macht: strategisch günstige Lage, mögliche Drehscheibe zwischen Europa und Asien und Nähe zu Chinas Mega-Projekt Neue Seidenstraße; Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion, riesiger Markt mit mehr als 180 Millionen ‎Konsumenten und das Ziel der Regierung, den Außenhandels mit der ‎EU auf ein Drittel des Gesamtvolumens zu steigern.

Exportpreis Bayern 2019‎

Der Exportpreis Bayern wurde am 20. November vom ‎Bayerischen Wirtschaftsministerium zum 13. Mal verliehen. Der Wettbewerb ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von Staatsministerium, bayerischen IHKs, der ‎Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern und Bayern International.‎ Insgesamt bewarben sich 82 Unternehmen mit ‎maximal 100 ‎Mitarbeitern. ‎Erstmals wurde der Preis nicht nur in den vier bestehenden Kategorien ‎‎(Dienstleistung, Handwerk, Handel ‎und Industrie) verliehen, ‎sondern auch in der Kategorie Genussland.

Trade & Connect: 200 Teilnehmer in der IHK, 300 Beratungsgespräche‎

Aussteller, Teilnehmer und Veranstalter waren komplett zufrieden: Die Trade & Connect hat am 21. November in der IHK für München und Oberbayern alle Erwartungen erfüllt. Den Erfolg unterstrichen die Zahlen. 200 Teilnehmer kamen, 65 AHK-Experten informierten über 80 Länder weltweit. Insgesamt fanden mehr als 300 Einzelberatungen statt. Das Veranstaltungsformat, die Mischung aus Vorträgen, Workshops, Einzelberatungen und Netzwerken, hat sich seit Jahren bewährt. „So eine Veranstaltung gibt es nirgendwo sonst in Deutschland“, sagte Gabriele Vetter, Außenwirtschaftsexpertin der IHK. Zwei Dinge hatte ihr Orga-Team verändert. Erstmals fand die Großveranstaltung im generalsanierten IHK-Stammhaus an der Max-Joseph-Straße statt. Und erstmals hat die IHK den einstigen Exporttag unter dem Titel „Trade & Connect“ ausgerichtet. IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl erklärte, der Begriff Export reiche für die heutige Realität nicht aus. Globale Einkaufsstrategien, das weltweite Angebot an Dienstleistungen an und nachhaltige Lieferketten gehörten zum Alltag des Mittelstands. Connect stehe zudem für den Austausch von Hard- und Software und Digitalisierung – Faktoren, die im internationalen Geschäft immer wichtiger würden.

Wirtschaftsdialog Bosnien-Herzegowina

Im Rahmen der Initiative für den Westbalkan fand zum ersten Mal ein „Wirtschaftsdialog Bosnien und Herzegowina“ am 27. November in der IHK statt. Die Referenten informierten über die Marktchancen für Bayerns Industriefirmen und Dienstleister. Zudem bestand ausreichend Gelegenheit, erste Kontakte mit bosnischen Firmen zu knüpfen.

Fokusthema Dienstleister im Binnenmarkt: Mitarbeiterentsendung, A1-Bescheinigung

Barrieren für Dienstleister im EU-Binnenmarkt – das Thema hat die IHK intensiv beschäftigt. Der Ärger vieler Unternehmen mit der A1-Bescheinigung und Nachschärfungen einiger EU-Mitgliedsstaaten bei der Mitarbeiter-Entsendung sorgten im Europa-Referat der IHK für reichlich Arbeit. Als Konsequenz hat die IHK gemeinsam mit den Deutschen Auslandshandelskammern viele Workshops und Webinare angeboten. Den Dienstleistern wurde klar gemacht, was sie bei Projekten in den Nachbarländern Österreich, Italien, Frankreich, Schweiz und in den Niederlanden zu beachten haben. Die IHK hat gleichzeitig versucht, die Probleme politisch zu lösen – im Austausch mit der Wirtschaftskammer Österreich und Gesprächen mit Brüsseler, Berliner und bayerischen Entscheidungsträgern.

Enterprise Europe Network: Gefragter Partner bayerischer KMUs

Das von der EU Kommission geförderte Enterprise Europe Network (EEN) hat 834 Anfragen beantwortet. Die IHK ist Koordinator des ‎bayerischen Netzes und Ansprechpartner für kleine und mittlere Unternehmen. Das EEN erfüllt folgende Funktionen: hilft bei Zugang zu EU-Projekten, Teilnahme an internationalen Ausschreibungen und Prüfung der eigenen Innovationsfähigkeit. Zweitens unterstützt das EEN die Partnersuche bayerischer Firmen ‎für geschäftliche Kooperationen, Technologietransfer und Forschungsvorhaben. Drittens greift das EEN die Kritik der KMUs an Mängeln des EU-Binnenmarkts auf und transportiert sie nach Brüssel – etwa in Form von Diskussionsveranstaltungen mit Vertretern von EU-‎Parlament und –Kommission.

Podiumsdiskussion: e-Privacy-VO – der europäische Weg in eine digitale Welt?‎

Die bayerischen IHKs (BIHK) haben 5. Dezember gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) die Podiumsdiskussion „e-Privacy-VO – der europäische Weg in eine digitale Welt?“ veranstaltet. 165 Teilnehmer kamen in die Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union in Brüssel, um das nach der DSGVO nächste große Regulierungsvorhaben der EU für die digitale Welt zu diskutieren. Referenten und Teilnehmer betonten übereinstimmend die Notwendigkeit einer praxisgerechten Verordnung. Ansonsten wäre der Leidtragende wieder der Mittelstand. Das Fazit: Die Interessen der KMUs müssen im Entscheidungsprozess besser mit eingebunden werden. Ansonsten seien viele bestehende Geschäfts- und Marketingmodelle gefährdet.

IHK-Studien im Bereich Außenwirtschaft ‎

Die IHK hat folgende Studien im Bereich Außenwirtschaft veröffentlicht:

  • Megatrends im Welthandel: Die neue Seidenstraße, Wachstumsregion zwischen Europa und Asien (April)
  • Wachstumsmärkte in Afrika für die bayerische Wirtschaft: Politische Handlungsfelder (April)
  • BIHK-Studie "EU-Binnenmarkt: Ein Erfolgsmodell für Bayern - Situation, Ergebnisse, politische Handlungsempfehlungen" (Mai)
  • Afrika-Atlas für die bayerische Wirtschaft, Clusteranalyse des afrikanischen Kontinents (November)