Selbstverwaltung der Wirtschaft

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2018 startete das Jubiläumsjahr der IHK und damit die Veranstaltungsreihe unter dem Motto "Ideen haben Kraft".

Inhalt

Start in das IHK-Jubiläumsjahr

Die „Nacht der Bayerischen Wirtschaft“ war der offizielle Start in das IHK-Jubiläumsjahr. Erstmals war in Berlin die Wanderausstellung „#IHK175“ zu sehen. Die Text- und Bilddokumente dokumentieren 175 Jahre IHK-Geschichte. Die zentrale Aussage „Verantwortung verbindet“ steht für Weitsicht, gemeinsamen Gestaltungswillen und die politische Wertschätzung, die sich die IHKs in jahrzehntelanger Arbeit erworben haben.

Starker Auftakt

Besser konnte das Jahr kaum anfangen: BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen präsentierte auf der Konjunkturpressekonferenz am 6. Februar Zahlen, die Bayerns Wirtschaft Top-Form belegen. Befragt wurden 3.500 Betriebe im Freistaat. Die Geschäftslage erreichte den vierten Rekordwert in Folge. Der BIHK-Konjunkturindex, der Lage und Geschäftserwartungen abbildet, erreichte mit 136 Punkten die alte Bestmarke aus dem Frühjahr 2011. Aufgrund guter Nachfrage aus dem In- und Ausland erwarteten 28 Prozent der bayerischen Unternehmen in den kommenden 12 Monaten bessere Geschäfte. 25 Prozent wollten neue Mitarbeiter einstellen. Die Schattenseiten: 62 Prozent der Firmen bezeichneten den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko. Ein Rekordwert. 42 Prozent nannten die politischen Rahmenbedingungen als Risiko. Neben dem Unmut über die Berliner Koalition kritisierte Driessen ein neues Problem: Die diskutierte Obergrenze für den Flächenverbrauch sei ein mögliches Hemmnis für die bayerischen Unternehmen.

IHK-Jubiläumsbier

Bier hat in Bayern einen außerordentlich hohen Stellenwert: Folglich hat die IHK im Rahmen ihres 175-jährigen Jubiläums Teilnehmer großer IHK-Veranstaltungen mit einem IHK-Jubiläumsbier beglückt. Das Etikett trug den IHK-Slogan „Ideen haben Kraft“. Selbstverständlich hatten die Flaschen den traditionellen Bügelverschluss. Gebraut wurde das Bier von der Schlossbrauerei Maxlrain.

Vollversammlung: GroKo verspielt Chance zum Neustart

Die Vollversammlung tagte am 9. April gleich zweimal – der ordentlichen Sitzung folgte die spezielle, die Jubiläumsvollversammlung. Zum Auftakt der Doppelveranstaltung kritisierte Präsident Eberhard Sasse, die Bundespolitik. Die Groko habe es versäumt, für Aufbruchsstimmung zu sorgen. Mehr Geld für Bildung und Digitales sei ja schön – der Effekt verpuffe aber, wenn gleichzeitig mittelstandsfeindliche Politik betrieben werde. Als Beispiele nannte Sasse den Verzicht auf Steuerentlastung und geplante Verschärfungen im Arbeitsrecht. Messechef Klaus Dittrich und Andrea Stellwag, Chefin eines mittelständischen IT-Unternehmens, erklärten, weshalb die Wirtschaft heute flexiblere Arbeitszeitregeln brauche. IHK-Vizepräsident Georg Dettendorfer äußerte zumindest die Hoffnung, das Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz könne für mehr Tempo bei der Umsetzung von Großprojekten sorgen.

Jubiläumsvollversammlung am 9. April

DIHK-Präsident Eric Schweitzer war für diesen Anlass eigens aus Berlin gekommen: Er sprach von einem „ganz besonderen Tag“ der deutschen IHK-Organisation. Die Jubiläums-Vollversammlung am 9. April war der Auftakt der Feierlichkeiten, mit denen die IHK für München und Oberbayern ihr 175-jähriges Jubiläum beging. Schweitzer sagte, die Ideen der Selbstverwaltung der Wirtschaft und der engagierten Unternehmer stünden auch für Menschenrechte, Freiheit und Demokratie. IHK-Präsident Eberhard Sasse nannte die Vizepräsidentinnen Ingrid Obermeier-Osl und Stephanie Spinner-König als Beispiele für gelebtes Ehrenamt. Schweitzer und Sasse lobten ferner als Vorbild einen Mann, der die deutsche Wirtschaft veränderte: IHK-Ehrenpräsident und Bio-Pionier Prof. Claus Hipp.

Erlaubniszuständigkeit für die Wohnimmobilienverwalter

Erlaubniszuständigkeit für die Wohnimmobilienverwalter

  • A. Auftrag und Ziel

Am 1. August wurde den bayerischen IHKs eine weitere hoheitliche Aufgabe übertragen: Sie erteilen seit dem Stichtag die Gewerbeerlaubnis für Wohnimmobilienverwalter. Die IHK für München und Oberbayern übernimmt diese Aufgabe für alle bayerischen IHKs mit Ausnahme der IHK Aschaffenburg. Die IHK hat sich für diese Aufgabe selbst hohe Ziele gesetzt: Der Prozess sollte bürokratiearm, kostengünstig und schnell sein.

  • B. Umsetzung

Digitalisierung erleichtert diesen Genehmigungsprozess. Die IHK hat ein Upload-Tool eingerichtet, über das Erlaubnisanträge und die hierfür nötigen Unterlagen gesichert online hochgeladen werden können. Dreiviertel der Antragsteller haben diesen online-Service genutzt. Die IHK hat hierzu ergänzend den Antragstellern Informationsmaterialien und Checklisten angeboten. Die Wohnimmobilienverwalter konnten so sehr schnell sehen, welche Unterlagen sie brauchen – und wo diese Nachweise beantragt werden können.

Vorbereitung auf den Erlaubnis-Marathon 2020

Die IHK für München und Oberbayern, die bisher schon 30.000 Erlaubnisinhaber beaufsichtigt hat, hat erste Vorbereitungen getroffen für 2020: Von diesem Jahr an übernimmt die IHK auch die Zuständigkeit für die Gewerbeerlaubnis von Immobilienmaklern, Darlehensvermittlern, Bauträgern und Baubetreuern. Diese Kompetenz-Konzentration hat klare Vorteile: Die IHK verfügt über das nötige Know-how, Unternehmen profitieren von Synergieeffekten einer einheitlichen Anlaufstelle.

Erster IHK-Talk zum Thema Verantwortung

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© 2018 Isa Foltin Catalin Voss beim IHK Talk "Verantwortung in der Wirtschaft"

Es war ein super Start für die IHK-Talkreihe „Ideen haben Kraft“: Am 2. Mai fand die Premiere des neuen Veranstaltungsformats im Münchner Freiheiz statt. Neben einer tollen Location bot der Event auch spannende Referenten: Catalin Voss, deutscher Star der Start-up-Szene, die Unternehmerin Veronika Hackl und der Philosoph Prof. Julian Nida-Rümelin erläuterten, was sie unter Verantwortung in der Wirtschaft verstehen. Nida-Rümelin zeigte sich im Interview mit Moderator Leonhard Nima als Regulierungsskeptiker. Mit Hinweis auf Finanzkrise und Dieselskandal sagte er, Manager und Unternehmer müssten sich wieder an Werten orientieren. Es gehe darum, eine neue Vertrauenskultur in der Wirtschaft aufzubauen. Ansonsten werde die Wirtschaft auseinander fallen. Gründer-Star Voss lieferte Beispiele für seine These, Digitalisierung könne die Gesellschaft besser machen. Voss will etwa über die systematische Analyse von Gerichtsurteilen Rassismus im US-Justizsystem nachweisen und mit Künstlicher Intelligenz autistischen Kindern die Kommunikation mit den Mitmenschen erleichtern. Zum Publikumsliebling avancierte Veronika Hackl, Geschäftsführerin von „Franz der Bettenbauer“. Ihre Geschäftsidee: Mit Geflüchteten handwerklich gut gemachte Betten bauen.

Frauen in der Wirtschaft

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Beim Unternehmerinnentag 2018

Die IHK für München und Oberbayern setzte sich weiterhin aktiv für mehr weibliches Unternehmertum ein und macht Frauen Mut zur Selbständigkeit und erfolgreiche Unternehmerinnen sichtbar.

  • A. Arbeitskreis Frauen in der Wirtschaft

Treiber der Aktivitäten ist der Arbeitskreis „Frauen in der Wirtschaft“, der in 2018die Positionspapiere „Unternehmerinnentum stärken“ und „Nachfolge muss weiblicher werden“ verabschiedete und hat mit einer Reihe von Landtagskandidatinnen konstruktive Gespräche geführt hat, u.a. mit Kerstin Schreyer (CSU), Katharina Schulze (Grüne), Natascha Kohnen (SPD), Dr. Angelika Niebler (CSU). Ein erfolgreiches Netzwerktreffen war sicherlich auch der gemeinsame Sommerempfang mit dem Frauennetzwerk des Wirtschaftsbeirats Bayern.

  • B. Unternehmerinnentag mit rund 250 Teilnehmerinnen

Es war in München eines der „Frauen-Highlights“ des Jahres: Zum Unternehmerinnentag im 13. Juli kamen rund 250 Frauen in das Forum der Münchner IHK Akademie. Das Motto der Veranstaltung hieß „Digital Business“. Frauen wollen von den Chancen der Digitalisierung profitieren. Schließlich sind sie ebenso gut qualifiziert wie Männer und endlich selbstbewusst. Das machte Steffi Czerny, Geschäftsführerin der DLD Media GmbH, in ihrem Vortrag deutlich. Drei pfiffige Gründerinnen ergänzten ein breites Vortragsprogramm und Christine Eixenberger als Kabarettistin sorgte für einen heiteren Abschluss.

  • C. Start der Facebook-Gruppe „unternehmerinnen.digital“

Die IHK hat beim „Thema Frauen in der Wirtschaft“ Akzente gesetzt. Im Mai wurde die Facebook-Gruppe „unternehmerinnen.digital“ ins Leben gerufen. Zum Jahresende hatte sie bereits rund 500 Mitglieder. Die Mitglieder werden über Fachthemen, IHK-Aktionen- und Veranstaltungen informiert, vernetzen sich und geben aber Antworten auf Fragen, die die IHK bewegen oder die in der Politik diskutiert werden. Zum Jahresende wurde die Online-Betreuung der Gruppe durch „Offline-Treffen“ zu verschiedenen Fachthemen ergänzt.

  • D. Veranstaltungsreihe „Unternehmerinnen im Gespräch“

Die IHK veranstaltet seit mehreren Jahren mit dem Verband deutscher Unternehmerinnen die Reihe „Unternehmerinnen im Gespräch“ um erfolgreiche Unternehmerinnen sichtbar zu machen. Die Veranstaltung war zu Gast bei Andrea Gebbeken, eine der drei Geschäftsführer der Flughafen München Gesellschaft, bei IHK-Vizepräsidentin und Holzwerk-Chefin Ingrid Obermeier-Osl sowie bei Dr. Michaela Elbel von der Patentanwaltskanzlei Pateris.

Bayerns Wirtschaft setzt Höhenflug fort

Die Frühform der bayerischen Wirtschaft setzte sich auch im Jahresverlauf fort. Das machten die Zahlen der BIHK-Konjunkturumfrage deutlich, die BIHK-Chef Peter Driessen am 16. Mai in der IHK München präsentierte. Der BIHK-Index hat im Vergleich zum Jahresbeginn mit 135 Punkt nur einen Zähler eingebüßt. Mit einem Saldo von 52 Prozent erreichte die Geschäftslage den zweithöchsten Wert seit 1993. 27 Prozent der Betriebe rechneten mit mehr Geschäft. Jedes dritte Unternehmen kündigte neue Investitionen an. Mehr als 20 Prozent wollten neue Jobs schaffen.

Jahresempfang mit Zukunftsforscher Lars Thomson

Rund 300 Teilnehmer kamen zum Jahresempfang der IHK für München und Oberbayern am 9. Juli. Zu den VIPs des Empfangs gehörten Staatsminister Albert Füracker (CSU), vbw-Präsident Alfred Gaffal, die beiden Spitzenpolitikerinnen Natascha Kohnen (SPD) und Katharina Schulze (Grüne) sowie Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde. Mit einer originelle Idee hatte die IHK Erwartungen geweckt: Zukunftsforscher Lars Thomson war geladen, um über das Thema „520 Wochen Zukunft“ zu sprechen. Was Thomson zu sagen hatte, ergänzte sich gut mit dem Vortrag des IHK-Präsidenten Eberhard Sasse. Beide klagten über Beschwernisse und Niederungen der Gegenwart. Sasse beschäftigte sich mit dem Scheitern der Nationalmannschaft, Brexit-Risiken, einem irrlichternden US-Präsident, schwindender politischer Stabilität und dem Vormarsch der Populisten. Thomson beschrieb das, was jeder aus seinem Büro-Alltag kennt: Technik, die mehr nervt als hilft. Die gute Nachricht schob Thomson aber gleich nach. Demnach sind wir nur noch einen Wimpernschlag vom digitalen Paradies entfernt. Er ist sich sicher: Die Künstliche Intelligenz wird unserer Gesellschaft die Zukunft öffnen.

Sommer-Vollversammlung im Zeichen des Aufbruchs

Die sogenannte Sommer-Vollversammlung fand am 18. Juli schon traditionsgemäß in der IHK Akademie Feldkirchen-Westerham statt. Die Weichen für die Zukunft stellen – das war das Leitmotiv der Sitzung. Plenum bestellte Manfred Gößl einstimmig zum neuen Hauptgeschäftsführer. Der personelle Neustart in der IHK-Führung passte gut zu dem, was Ministerpräsident Markus Söder (CSU) über Bayerns Zukunft sagte. So werden seinen Worten zufolge Lufttaxis die Mobilität im Freistaat revolutionären. Leistungsfähige Mobilfunknetze und superschnelles Internet werden dafür sorgen, dass auf Bayerns Straßen selbstfahrende Autos rollen und sich Hightech-Start-ups in der Fläche ansiedeln. Eine radikal digitalisierte Verwaltung wird Bürokratie abbauen und jeden Behördenkontakt zur reinen Freude machen. Ein kluges Einwanderungsgesetz wird den die Fachkräfte zuführen. Und natürlich soll Bayern zum führenden Standort der Luft- und Raumfahrt werden. In der Diskussion konfrontierten die Unternehmer Söder jedoch mit sehr irdischen Problemen: In der Fläche lahmt das Internet, die Blockabfertigung an der österreichischen Grenze nervt die regionale Wirtschaft. Und IHK-Vizepräsident Otto Heinz rief Söder dazu auf, den Vormarsch der Populisten und Profitmacher zu stoppen.

Zweiter IHK-Talk zum Thema Mobilität

Es war eine clevere Idee, die zweite Veranstaltung der Reihe „Ideen haben Kraft“ unter dem Slogan „Mobilität“ in der Autostadt Ingolstadt auszurichten: Nirgendwo sonst in Bayern wird so fieberhaft an der verkehrspolitischen Zukunft gearbeitet. Rund 200 Teilnehmer kamen am 24. Juli in die Räume des Donaukuriers, um mit Top-Referenten zu diskutieren. Gerhard Stanzl, Audi-Verantwortlicher für Smart Mobility, gab Einblicke in seine Arbeit. Er will das Auto zum Freund der Stadt machen. Er setzt auf den evolutionären Ansatz: Der bessere Autoverkehr überlebt. Sensoren und Big Data-Lösungen sollen den Verkehr flüssiger machen, freie Parkplätze aufspüren, Abgase senken, dem Klima helfen, vor Schlaglöchern warnen. Mariana Avezum bezeichnete diesen Ansatz als Illusion. Die Brasilianerin war bei der TU München Leiterin des Projekts Hyperloop, eine Technik, die Tesla-Chef Elon Musk mit viel Geld fördert. Musks Firma Boring will schon bald Menschen in Kapseln durch unterirdische Vakuum-Röhren in einer Geschwindigkeit schießen, mit der kein Flugzeug konkurrieren kann. Avezum widmete sich an diesem Abend dem alten Problem der Bequemlichkeit. „Der Stau bist Du“, warf sie ihren Zuhörern vor. Henrik Wenders, Marketing-Leiter des chinesischen Start-ups Byton, erklärte, der Siegeszug der E-Mobilität sei sicher. Bis 2025 seien alle technischen Probleme (Reichweite, Ladestationen, Batterietechnik) gelöst. Von 2020 an sollen Byton-SUVs auf bayerischen Straßen rollen – eine Kampfansage auch an Bayerns Premiummarken AUDI und BMW. Ingolstadts OB Christian Lösel kündigte folglich an, man arbeite an dem Aufbau einer neuen Technologie: Ingolstadt soll Europas Modellregion für Lufttaxis werden.

Dritter IHK-Talk zum Thema Globalisierung

Der dritte IHK-Talk der Reihe „Ideen haben Kraft“ fand am 18. September in Kolbermoor mit 160 Teilnehmern in der „Alten Spinnerei statt. Den Referenten gelang es an diesem Abend den Begriff „Globalisierung“ anschaulich zu machen. Margit Molnar ist China-Expertin bei der Organisation für ‎wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD). Sie erklärte, wie konsequent China seine Strategie „Made in China 2025“ umsetzt – das ist eine klare Kampfansage an Bayerns Industrie. Nicht minder beunruhigend war, was Prof. Burton Lee, Experte für ‎Innovation und künstliche Intelligenz der Stanford University, über das neue Kräfteverhältnis der Weltwirtschaft sagte. Seinen Worten zufolge wachse die Macht von Apple, Amazon oder Facebook stetig. Europa habe nur die Chance, wenn es eine eigene IT- und Software-Industrie aufbaue. Für die nötige Bodenhaftung sorgte Konrad Irlbacher, Chef des Fahrradherstellers Corratec in Raubling. Irlbacher machte klar, was Globalisierung für einen Mittelständler bedeutet: neue Märkte und Absatzchancen zum Preis von Risiken, die kaum zu kalkulieren sind.

Goldener Herbst für Bayerns Wirtschaft

Auch im Herbst lief Bayerns Wirtschaft trotz weltweit steigender Risiken rund. In der BIHK-Konjunkturumfrage, die BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen am 17. Oktober in der IHK München vorstellte, zeigten sich die rund 3.700 befragten bayerischen Unternehmen nach wie vor zufrieden und zuversichtlich. Der BIHK-Konjunkturindex büßte im Vergleich zu den Mai-Ergebnissen vier Zähler ein – und erreichte mit 131 Punkten das Herbstniveau des Vorjahres. 59 Prozent der befragten Firmen waren mit ihrer Geschäftslage zufrieden. Ein Viertel rechnete sogar mit weiteren Zuwächsen. Die Unzufriedenheit mit der internationalen und nationalen Politik hielt an. 46 Prozent der Firmen nannten das als Geschäftsrisiko. Zudem kamen Sorgen über die Energie- und Rohstoffpreise (34 Prozent).

Vierter IHK-Talk auf der Zugspitze

Es war im Wortsinne der Höhepunkt der IHK-Talkreihe „Ideen haben Kraft“: Die vierte Ausgabe der Veranstaltung fand am 29. November mit rund 150 Teilnehmern im Gipfelrestaurant auf der Zugspitze auf fast 3.000 Metern Höhe statt. Schon die Aussicht vom Zugspitzblatt war grandios. Weiterer optischer Höhepunkt: Die Laserprojektion „Ideen haben Kraft“ auf Deutschlands höchstem Berg – damit hat die IHK ein Stück Zugspitze-Geschichte geschrieben. Die Aussicht hatte wohl auch Einfluss auf den Inhalt des Abends. Die Referenten zeigten so viel Emotion wie nie im Rahmen dieser Talkreihe. Tenor des Abends: Wenn wir jetzt nicht handeln, war es das mit der Welt, wie wir sie kannten. „Schluss mit der Heuchelei“, forderte Florian Kohler, Geschäftsführer von Gmund Papier. Wer über Nachhaltigkeit rede, müsse auch nachhaltig handeln. Über „meine Rage, meine Wut“ berichtete die Bloggerin Madeleine Daria Alizadeh („DariaDaria“). Sie kritisierte ihre Mitbürger, die sich weigerten, ihre Komfortzone zu verlassen. Tobias Hipp, Geograph und Naturschutzfachmann beim Deutschen Alpenverein (DAV) sprach Klartext. Der Klimawandel habe Bayern erreicht: „Wir sind live dabei.“ IHK-Präsident Eberhard Sasse nahm den Ball auf. Er sagte, die Teilnahme an diesem Talk auf der Zugspitze sei ein Privileg, das zum nachhaltigen Engagement verpflichte. „Jeder einzelne von uns ist nur ein Moskito. Aber gemeinsam werden wir zu einem unaufhaltsamen Moskito-Schwarm“, sagte Sasse.

Punkt8: Diskussion mit Kardinal Marx

Es war ein Höhepunkt der Punkt8-Reihe: Kardinal Reinhard Marx kam am 4. Dezember in die Münchner IHK Akademie, um mit oberbayerischen Unternehmern und Politikern beim Frühstück über große Fragen zu diskutieren. Die Veranstaltung stand unter dem Slogan „Der Ruf nach Verantwortung“. In der Analyse waren sich Marx und IHK-Präsident Eberhard Sasse weitgehend einig. Profitgier habe erst zur Finanzkrise und dann zur politischen Krise Europas geführt. Marx sagte, mit der Politik des US-Präsidenten Donald Trump habe sich die Misere verschärft. Der Begriff Freiheit werde heute interpretiert als Recht zur Bereicherung auf Kosten anderer. Marx rief zur Besinnung auf. Die freiheitliche Ordnung unseres politischen und wirtschaftlichen Systems sei bedroht. Nachhaltigkeit, Klimaschutz, sozialer Ausgleich und eine ökologische Bilanz müssten in die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung einfließen.

Letzte Vollversammlung mit Hauptgeschäftsführer Driessen

Eine große Personalie stand im Mittelpunkt Sitzung der Vollversammlung am 5. Dezember in der Münchner IHK Akademie. Zum letzten Mal trug Peter Driessen dem Plenum seinen Bericht der Hauptgeschäftsführung vor. Präsident Eberhard Sasse sagte, aus Sicht des Ehrenamts sei Driessen mit seinem Sachverstand ein Glücksfall gewesen. Er hinterlasse seinem Nachfolger Manfred Gößl ein bestens bestelltes Haus. Driessen gab zum Abschied einen Überblick über aktuelle Erfolge der IHK-Arbeit. So habe man mit der BIHK-Kampagne „#wirtschaftwählt“ zur Landtagswahl in den sozialen Netzwerken an Reichweite und in der Politik an Ansehen gewonnen. Der von der IHK mit ins Leben gerufene Bayerische Integrationspakt habe seine Ziele übererfüllt. Auch intern habe die IHK ein großes Ziel erreicht: An diesem 5. Dezember könne man dem Plenum Bilder des Wiedereinzugs von IHK-Mitarbeitern in das Stammhaus an der Max-Joseph-Straße zeigen. „Wir sind wieder zuhause“, stellte Driessen fest. Weniger zufrieden äußerte er sich über den Start der neuen Staatsregierung. Er kritisierte, dass Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) mit seinen Förderprogrammen vorrangig Wirte, Bäcker und Metzger im Blick habe.

Großer Abschied für Hauptgeschäftsführer Peter Driessen

Es war ein denkwürdiger Abend: Rund 200 Teilnehmer kamen am 9. Dezember zur offiziellen Abschiedsfeier für den scheidenden IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen in das Forum der Münchner IHK Akademie. Die Laudationes sprachen Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), IHK-Präsident Eberhard Sasse, Münchens OB Dieter Reiter (SPD), DIHK-Chef Martin Wansleben und Peter Saalfrank, Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schaltete sich per Video-Botschaft zu. Unter den Gästen fand sich viel Prominenz. BR-Intendant Ulrich Wilhelm, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), FDP-Hoffnung Martin Hagen und Katharina Schulze, Shooting-Star der Grünen – sie alle kamen, um Driessen ihre Reverenz zu erweisen.