Highlights 2017

Verantwortung sichert Zukunft

  • Fünfter Bayerischer CSR-Tag: Teilnehmerrekord zum Jubiläum
  • Marktplatz Gute Geschäfte: 1.830 Stunden für 45 Projekte
  • IHK-Roundtable zum Thema Wirtschaft und Menschenrechte

Klimawandel, Digitalisierung und demografischer Wandel: Angesichts dieser Umwälzungen bekommt das Thema gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen eine völlig neue Relevanz. Zudem sehen sich Unternehmen mit immer höheren Ansprüchen von Kunden, Gesellschaft und Regulierungsbehörden konfrontiert. Die IHK bietet ihren Mitgliedern wertvolle Orientierung an. Basierend auf dem des Leitbilds des Ehrbaren Kaufmanns unterstützt die IHK mit unterschiedlichen Publikationen und Veranstaltungsformaten Oberbayerns Firmen dabei, ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Einen umfassenden Überblick über das Thema CSR und Oberbayerns Wirtschaft gibt es auf der IHK-Website unter www.ihk-muenchen.de/csr.

Marktplatz Gute Geschäfte

Die IHK war am 21. März zum sechsten Mal Gastgeber des „Marktplatz Gute Geschäfte“. Im Forum der Münchner IHK Akademie kamen Münchner Unternehmen mit gemeinnützigen Organisationen ins Gespräch und ins „Geschäft“. Auf dem Marktplatz vereinbarten die Unternehmen mit Non-Profit-Organisationen die Unterstützung sozialer Projekte. Insgesamt wurden 1.830 Stunden für 45 Projekte gespendet. Die IHK hat sich selbst mit 44 Mitarbeitern beteiligt. Die IHK spendete 167 Stunden für 7 gemeinnützige Projekte. Diese reichten vom Fahrradtraining für Geflüchtete über die Unterstützung von Mittelschülern bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen bis hin zur Gestaltung eines Biergarten-Nachmittags in einem Seniorenheim. „Mit der Umsetzung solcher gemeinnütziger Projekte wird nicht nur dort Hilfe geleistet, wo sie benötigt wird. Auch für die beteiligten Mitarbeiter ist es ein Gewinn: Sie erhalten Einblicke in neue Bereiche und kommen mit neuen Impulsen zurück an den Arbeitsplatz“, sagte Hauptgeschäftsführer Peter Driessen, der beim Sortieren und Ausgeben von Bekleidung an Geflüchtete in der Bayernkaserne dabei war.

Umweltpakt Bayern-Pilotprojekt „Nachhaltige Lieferkette“

Das Umweltpakt Bayern-Pilotprojekt „Nachhaltige Lieferkette“ wurde in Kooperation mit dem Landesamt für Umwelt durchgeführt. Gemeinsam mit den acht beteiligten Pilot-Betrieben wurden praxisnahe Handlungshilfen für die Verankerung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Themen in der gesamten Lieferkette entwickelt. Am 8. November wurden in einer Abschlussveranstaltung alle beteiligten Unternehmen von Dr. Christian Barth, Amtschef des Bayerischen Umweltministeriums und BIHK-Präsident Dr. Eberhard Sasse, ausgezeichnet. Die Arbeitsmaterialien stehen allen interessierten Unternehmen zum Download zur Verfügung: https://www.umweltpakt.bayern.de/werkzeuge/nachhaltigkeitsmanagement/

Qualifizierungsprogramm „Fit für den NAP“ mit dem DGCN

In Kooperation mit dem Deutschen Global Compact Netzwerk setzten die bayerischen IHKs erstmals ein Qualifizierungsprogramm auf, um Unternehmen bei den Aufgaben, die mit dem Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte gestellt werden, zu unterstützen. Das Programm startete im Oktober 2017 und lief bis April 2018.

Sonja Ziegltrum-Teubner gewinnt CSR-Preis der Bundesregierung

Es war auch ein großer Moment für die Macher der IHK-Initiative „Den Ehrbaren Kaufmann leben“: Sonja Ziegltrum-Teubner, Chefin der Bayerischen Blumen Zentrale in Parsdorf, hat am 24. Januar in Berlin den CSR-Preises der Bundesregierung 2017 gewonnen. Ziegltrum-Teubner engagiert sich seit Jahren für die berufliche Integration Geflüchteter. Die Unternehmerin ist im Ehrenamt für die IHK aktiv: als Vollversammlungsmitglied und Vorsitzende des Regionalausschusses Ebersberg. Ziegltrum-Teubner erhielt den CSR-Preis in der der Kategorie „Betriebliche Integration geflüchteter Menschen in kleinen und mittleren Unternehmen“. Die Jury hatte sich für eine einmalige Maßnahme entschieden: Neben Ziegltrum-Teubner erhielten fünf weitere deutsche Mittelständler die Auszeichnung für vorbildliche Integrationsarbeit. Der stellvertretende DIHK-Chef Achim Dercks war Mitglied der Jury. Er sagte, man wolle mit der Vergabe von sechs CSR-Preisen für die Integration ein „Zeichen“ gegen den fremdenfeindlichen Zeitgeist setzen.

Regierungskommission greift den „Ehrbaren Kaufmann“ auf

Die IHK-Initiative „Den Ehrbaren Kaufmann leben“ hat ganz unerwartet wichtige Unterstützung gefunden: Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex hat am 14. Februar das Leitbild des „Ehrbaren Kaufmanns“ in den deutschen Kodex für gute Unternehmensführung aufgenommen. „Gute Unternehmensführung zeichnet sich durch legales und ethisch fundiertes, eigenverantwortliches Verhalten aus.“ So ist es jetzt im Deutschen Corporate Governance Kodex nachzulesen. Gertrud Oswald, CSR-Verantwortliche der IHK, hat diesen Schritt als Bestätigung der IHK-Position gewertet. „Es besteht ein klarer Zusammenhang von Moral und dauerhaftem Erfolg. Mit dieser Botschaft wollen wir noch viele Akteure in der Wirtschaft erreichen“, sagte Oswald.

IHK-Roundtable zum Thema Wirtschaft und Menschenrechte

Die Bundesregierung hat die Zeichen klar Richtung Nachhaltigkeit gestellt. Die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschrechte (NAP) soll gesetzlich überprüft werden. Die IHK hat mit einer Roundtable-Veranstaltung am 7. Juli die Wirtschaft Oberbayerns darauf vorbereitet. IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen betonte, man werde die Unternehmen beim Übergang zu ethisch „sauberen“ Lieferketten unterstützen. Thomas Silberhorn, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, erklärte, die Regierung sei vorangegangen. Die KfW finanziere nachhaltige Projekte, nun müssten auch die Firmen mit „grünen“ Investitionen nachziehen. Prof. Martin Müller von der Universität Ulm sagte, eine Lieferanten-Zertifizierung könne Unternehmen helfen, fair arbeitende Geschäftspartner zu finden.

Fünfter Bayerischer CSR-Tag: Teilnehmerrekord zum Jubiläum

Es war ein kleines Jubiläum: Der fünfte Bayerische CSR-Tag am 26. September hat mit rund 300 Teilnehmern eine Rekordbeteiligung verzeichnet. Inhaltlich beschäftige sich der CSR-Tag unter dem Slogan „die Neuvermessung der Welt“ mit der UN-Nachhaltigkeitsagenda 2030, die insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele (SDGs) umfasst. Prominenteste Referentin in der Münchner IHK Akademie war Marlehn Thieme, Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung. Sie brachte eine optimistische Botschaft mit: Der Trend zur Nachhaltigkeit ist dabei, die Welt zu verändern. Auf dem CSR-Tag wurden die Ergebnisse einer Umfrage der IHK vorgestellt. Demnach kennen fast drei Viertel der bayerischen Unternehmen die SDGs und messen ihnen eine hohe oder sehr hohe Bedeutung für ihr Unternehmen bei. Beim CSR-Tag diskutierten Experten aus Wirtschaft, Politik und ‎Zivilgesellschaft in Vorträgen und interaktiven Themenforen, welche neuen Herausforderungen und Chancen sich für die bayerische Wirtschaft ergeben.

Diskussionsabend über Regulierung: Plädoyer für den Ehrbaren Kaufmann

Gertrud Oswald, CSR-Verantwortliche der IHK für München und Oberbayern, war am 22. März Teilnehmerin der Podiumsdiskussion „Nachhaltiges Wirtschaften: Pro & Contra gesetzlicher Regelungen“ in der Münchner Sparda-Bank. Veranstalter waren Bündnis 90/Die Grünen. Die grüne Landtagsabgeordnete Margarete Bause bot ein kurzes, aber leidenschaftliches Plädoyer. Sie sagte, angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich der Klimawandel vollziehe, habe sich alles Gerede über freiwillige Gegenmaßnahmen erledigt. Gerti Oswald hielt dagegen. Die IHK-Fachfrau erklärte, in den Nachhaltigkeitszielen seien sich Grüne und Wirtschaft einig. Die Frage sei, ob man für jede Verbesserung ein neues Gesetz brauche. Die IHK setze auf die Kraft der Werte des Ehrbaren Kaufmanns. „Wir sollten die Welt nicht bürokratischer, sondern gemeinsam besser machen“, sagte Oswald.