Highlights 2017

Aus- und Weiterbildung

  • IHK-Meisterfeier mit Staatsministerin Ilse Aigner
  • Imagekampagne „Ausbildung macht Elternstolz“ gewinnt Medienpreis
  • Eine Erfolgsbilanz: 10 Jahre IHK-JobFit

Betriebsübergang der Weiterbildung auf neue GmbH

Die IHK-Weiterbildung hat sich 2017, im vierzigsten Jahr ihres Bestehens, auf eine wichtige strukturelle und organisatorische Weichenstellung vorbereitet: Die bisherige IHK-Gesellschaft für Berufs- und Weiterbildung wird in die neue IHK Akademie München und Oberbayern GmbH übergehen. Betroffen sind der Seminarbereich und die Tagungsstätte Westerham. Formal wurde am 1. Januar 2018 der Betriebsübergang der nichtöffentlich-rechtlichen Weiterbildung und der IHK Gesellschaft für Berufs- und Weiterbildung in die IHK Akademie München und Oberbayern gGmbH abgeschlossen. Die neue Gesellschaft, eine 100%ige Tochter der IHK für München und Oberbayern, verfügt über rund 140 Mitarbeiter, sieben Standorte in Oberbayern und ein eigenes Tagungszentrum in Westerham. Die Gesellschaft ist einer der größten Anbieter beruflicher Weiterbildung in Bayern.

Broschüre „Berufliche Bildung auf einen Blick 2017“

Die bayerischen IHKs haben die Broschüre „Berufliche Bildung auf einen Blick 2017“ herausgegeben. Die Broschüre ist im Mai 2018 erschienen und kann von sofort an auf der Internetseite www.bihk.de kostenlos heruntergeladen werden.

Seminarangebot ausgebaut

Die IHK-Weiterbildung hat 2017 ihr Seminarangebot weiter ausgebaut. Am Standort München wurde erstmals der Lehrgang Gepr. Wirtschaftsfachwirt/in mit Zusatzqualifikation im Touristikmanagement gestartet. Im Rahmen des Projektes #Lernen.digital wurde im Herbst der Prüfungslehrgang „Betriebswirt/in online“ eingeführt. Auch das regionale Seminarangebot wurde weiter ausgebaut.

Internationale Projekte der IHK Akademie

Die IHK Akademie hat erneut mit dazu beigetragen, das internationale Geschäft der Wirtschaft Oberbayerns zu fördern. Im Rahmen ihrer internationalen Projekte hat die IHK Akademie rund 120 ausländische Manager und Investoren empfangen. Mehr als 80 bayerische Unternehmen waren bei diesen Unternehmensbesuchen und Kooperationsforen eingebunden. Schwerpunktländer waren Indien, Aserbaidschan, Belarus, Ukraine, Moldawien, Vietnam, Iran und Ägypten.

Gründerförderung: 110 Seminare, mehr als 1.000 Teilnehmer

Die Gründerförderung gehört zu den Kernzielen des Seminarangebots der IHK Akademie. Die IHK Akademie hat im vergangenen Jahr rund 110 Seminare mit mehr als 1.000 Teilnehmern durchgeführt. Das bayerische Wirtschaftsministerium fördert diese Weiterbildung für Existenzgründer und Jungunternehmen – eine wichtige Hilfe für die Entwicklung der oberbayerischen Gründerszene.

Auszeichnung für IHK Akademie

Die IHK Akademie Westerham hat eine weitere Auszeichnung erworben: Sie gilt nun offiziell als einer der „exzellenten Lernorte“ Deutschlands.

Meisterfeier im Gasteig

Ein würdiger Rahmen für die IHK-Meisterfeier: Am 27. März war der Carl-Orff-Saal im Münchner Gasteig bis auf den letzten Platz besetzt. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) und IHK-Präsident Eberhard Sasse haben die 305 besten Absolventen der 42 IHK-Fortbildungsprüfungen mit dem Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet. Insgesamt haben 3.138 Teilnehmer im abgelaufenen Prüfungsjahr ihre Fortbildung als Meister, Fachwirte, Fachkaufleute oder Betriebswirte erfolgreich abgeschlossen. Sasse lobte bei diesem Anlass die Entscheidung der Staatsregierung, den sogenannten „Meisterbonus“ weiter zu bezahlen. Seit September 2013 bezuschusst das Land jede Aufstiegsqualifizierung mit 1.000 Euro. Die Staatsregierung hat beschlossen, die Förderung für jede erfolgreich abgelegte Weiterbildungsprüfung bis Ende 2020 weiterzuführen. Seit 1. Januar 2018 gibt es dafür mehr Geld: 1.500 statt wie bisher 1.000 Euro. Sasse bedankte sich ferner bei den 1.500 ehrenamtlichen IHK-Fortbildungsprüfern, die diese Meisterfeier erst ermöglicht hätten.

Debatte über Ausbildung: BIHK-Sprecher widerspricht DGB

Ausgerechnet am Bayerischen Tag der Ausbildung, dem 13. März, hat Bayerns DGB-Vorsitzender Matthias Jena den bayerischen Unternehmen Versagen vorgeworfen. Jena beschwerte sich bei der Staatsregierung. Er warf der Wirtschaft vor, sie bilde zu wenig und zu schlecht aus. Hubert Schöffmann, Bildungspolitischer Sprecher der bayerischen IHKs, hat diese Vorwürfe zurückgewiesen. Schöffmann erinnerte daran, dass Deutschland mit aktuell 6,5 Prozent die mit Abstand niedrigste Jugendarbeitslosigkeit Europas habe. In Bayern seien im Vorjahr 12.000 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben – von einem Mangel an Lehrstellen könne folglich keine Rede sein. Bei der Ehrung der besten deutschen Azubis in Berlin habe Bayern zuletzt das zweitstärkste Team aller Bundesländer. Schlechte Ausbildungsqualität könne dafür nicht die Ursache sein.

IHK-Ausbildungsverhältnisse: In Bayern leichter Aufwärtstrend

Bayernweit gab es endlich wieder ein leichtes Plus von 0,4 Prozent bei den neu abgeschlossenen IHK-Ausbildungsverhältnissen – mit insgesamt knapp 53.400 neuen Ausbildungsverträgen. Damit haben die IHKs in Bayern die Verantwortung für 57 Prozent aller neuen Ausbildungsverhältnisse übernommen. Ferner bemerkenswert: Die Ausbildung von Jugendlichen ohne deutsche Staatsbürgerschaft gewinnt stetig an Bedeutung. Der Anteil lag schon bei 9 Prozent.

Weniger aktive Ausbildungsbetriebe in Bayern

Nach einem leichten Plus im Jahr 2016 sank die Zahl der aktiven Ausbildungsbetriebe wieder auf das Niveau von 2015. Die IHK hat dem Vorwurf der Gewerkschaften widersprochen, die Unternehmen hätten kein Interesse mehr an Ausbildung. Hubert Schöffmann, Bildungspolitischer Sprecher der bayerischen IHKs, erklärte, wenn, wie 2017, 14.000 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden können, drückt das auch die Zahl der aktiven Ausbildungsbetriebe, weil kleinere Firmen dann überhaupt keinen Azubi mehr haben. Zudem, erklärte Schöffmann, stiegen Firmen frustriert aus der Ausbildung aus, weil keine passenden Bewerber mehr zu finden seien.

Sinkende Ausbildungszahlen in München

In der Landeshauptstadt München hat sich der negative Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt. Insgesamt wurden in der Landeshauptstadt 5.904 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen: ein Minus von 1,5 Prozent gegenüber 2016. Alarmierend ist der längerfristige Vergleich: 2011 stellten die Betriebe noch mehr als 6.600 Lehrlinge ein. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe ging ebenfalls leicht auf 3.094 zurück. Mehr als 1.100 Lehrstellen blieben mangels Bewerber unbesetzt.

3.450 Ausbildungseignungen in Bayern neu erteilt

Trotz der angespannten Lage auf dem Ausbildungsmarkt setzen immer noch viele Unternehmen auf Ausbildung – als Beleg dafür werteten die bayerischen IHKs eine stolze Zahl: Sie haben 3.450 Ausbildungseignungen neu erteilt. Das heißt: Die Unternehmen haben in 3.450 Fällen die Eignungsfeststellung durch die IHK für einen oder mehrere Berufe erfolgreich durchlaufen und somit die Berechtigung erworben, junge Menschen auszubilden.

Mehr als 47.000 erfolgreiche Ausbildungsprüfungen in Bayern

47.199 Auszubildende haben in Bayern ihre Prüfung vor der IHK erfolgreich abgelegt und wiesen damit ihre berufliche Handlungskompetenz nach. Sie stehen nun der bayerischen Wirtschaft als qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung.

IHK-Weiterbildung stark gefragt

Die Weiterbildung ist das zweite Standbein der beruflichen Bildung. Bayernweit haben 12.950 Frauen und Männer einen IHK-Fortbildungsabschluss erworben. In München und Oberbayern haben 3.215 Personen eine Fortbildungsprüfung bei der IHK erfolgreich abgelegt. Dass sich das für ihre Karrierechancen auszahlt, zeigt die Einstufung im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR): Industriemeister und Fachwirte finden sich dabei in der gleichen DQR-Stufe 6 wie der Bachelor als Hochschulabschluss, Betriebswirte auf DQR-Stufe 7 wie der Master der Hochschule.

Eine Erfolgsbilanz: 10 Jahre IHK-JobFit

Knapp 90 Aussteller in Ingolstadt und über 100 Aussteller in Rosenheim – die Berufsbildungsmesse IHK-JobFit hat in ihrem zehnjährigen Jubiläumsjahr neue Rekordmarken erreicht. Der Kern der Messe ist über die Jahre konstant geblieben: Information über Ausbildungsberufe sowie das Kontakteherstellen zu den ausstellenden Unternehmen und Institutionen.‎ Was sich verändert hat, ist die Aufnahme neuer Themen. Beispiele sind die Unterstützung von Schulabgängern mit Migrationshintergrund und das Werben für unbesetzte Ausbildungsplätze. Modernisiert wurde ferner die „Produktpalette“ rund um die Messe: Speed-Dating, ‎Coaching, Infotainment mit YouTubern – all das gehört heute dazu, um Schüler für Ausbildung zu ‎begeistern. ‎

IHK AusbildungsScouts: rund 23.000 bayerische Schüler erreicht

Die bayerischen IHKs haben eines der erfolgreichsten Projekte zur Förderung der Ausbildung auf die Beine gestellt: die IHK AusbildungsScouts. Das sind Auszubildende, die als Botschafter für die duale Ausbildung ihre Berufe in Schulen vorstellen. Das bayerische Wirtschaftsministerium fördert das Projekt. 2017 waren mehr als 1.000 AusbildungsScouts im Freistaat unterwegs. Insgesamt haben sie 23.000 Schülerinnen und Schüler erreicht. Die Botschaft kommt an: 85 Prozent der Schüler bewerten den Auftritt der Scouts positiv.

Imagekampagne „Ausbildung macht Elternstolz“ wirkt – und wird verlängert

Die Macher der Imagekampagne „Ausbildung macht Elternstolz“ haben eine positive Zwischenbilanz gezogen: Das bayerische Wirtschaftsministerium, die bayerischen IHKs und die bayerischen Handwerkskammern waren sich darin einig, dass die Kampagne die gewünschte Wirkung zeigt. Demnach haben zwei Jahre „Ausbildung macht Elternstolz“ das Denken bayerischer Eltern verändert. Die Ausbildung hat flächendeckend an Ansehen gewonnen. Die Projektpartner haben folglich beschlossen, die Kampagne bis 2019 zu verlängern. Weiterer Erfolg: „Das stolze Telegramm“, eine Aktion der Imagekampagne wurde preisgekrönt. Am 8. Juni gab es dafür den Deutschen Preis für Onlinekommunikation 2017 in der Kategorie „Event & Live Experience“. Das Ganze war auch Lohn für eine gute Idee: Für die Aktion „Das stolze Telegramm“ wurden drei Überraschungskonzerte der bayerischen Kultband LaBrassBanda verlost. Eltern, Chefs und Arbeitskollegen konnten einen Auszubildenden dafür vorschlagen. LaBrassBanda fuhr zum Ausbildungsbetrieb der glücklichen Gewinner – und brachte eine gesungene Botschaft mit: das „stolze Telegramm“.

IHK Ausbilderakademie Bayern: 6. bayerisches Ausbilderforum ein voller Erfolg

Die IHK Ausbilderakademie Bayern hat den Auftrag, dafür zu sorgen, dass Bayerns Ausbilder in Bestform sind. Den fachlichen Nachweis ermöglicht ein dreistufiges Zertifizierungsprogramm. Knapp 1.000 zertifizierte bayerische Ausbilder gibt es bereits. Als wichtiges Instrument für gute Ausbildungsarbeit hat sich in den vergangenen Jahren das „BIHK Ausbilderforum“ erwiesen. 2017 fand die Fachtagung zum 6. Mal am 10. und 11. Oktober statt. 130 Teilnehmer kamen, um sich über aktuelle Ausbildungsfragen zu informieren. Die Evaluationsergebnisse zeigen: Die Teilnehmer waren zufrieden.

6. IHK-Bildungsexpress mit Teilnehmerrekord

Der IHK-Bildungsexpress ist am 11. November 2017 zum sechsten Mal von Mühldorf nach Salzburg gerollt. 200 Schülerinnen und Schüler mit je einem Elternteil fuhren mit. Ein Teilnehmerrekord. 34 Unternehmen stellten insgesamt rund 80 Berufe vor. Mehr Aussteller gingen in den Zug nicht rein. Schüler, Eltern, Ausbildungsleiter und Firmenchefs lernten sich auf dieser Zugfahrt kennen. Die IHK organisierte den Bildungsexpress in Kooperation mit der Südostbayernbahn und Bildungsinitiative „Lernen vor Ort“ des Landkreises Mühldorf.