Highlights 2016

International

  • Studie „Megatrends im Welthandel“ herausgegeben
  • Rund 221.000 Handelsdokumente ausgestellt
  • Exporttag Bayern mit rund 330 Teilnehmern

Kennzahlen der IHK-Außenwirtschaft

Die IHK-Außenwirtschaft hat 221.147 legalisierte Ursprungszeugnisse, Handelsrechnungen und sonstige Bescheinigungen ausgestellt. Hinzu kommen 3.357 Carnets A.T.A. An den 126 Länder- und Fachveranstaltungen nahmen insgesamt 4.575 Teilnehmer teil.

Bayerns Wirtschaft erzielt neue Handelsrekorde

Die Unternehmen des Freistaats sind auf den Weltmärkten so erfolgreich wie nie – zu Recht dürfen sie sich zu den Exportweltmeistern zählen. So exportierte die bayerische Wirtschaft 2016 Waren im Wert von knapp 183 Milliarden Euro, ein Plus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ebenso verzeichnen die bayerischen Importe ein Allzeithoch von fast 166 Milliarden Euro (+ 2,8 Prozent). Insgesamt 25 Prozent aller Beschäftigten im Freistaat sind direkt oder indirekt vom Exportgeschäft abhängig. Die bayerischen Exportunternehmen ‎‎zahlen im Vergleich zu anderen Unternehmen 20 Prozent höhere Löhne und bieten Jobs mit größerer Beschäftigungsstabilität.

Klare Absage an den Protektionismus

Die IHK hat sich klar gegen den Protektionismus ausgesprochen. Gründe waren die deutschen Proteste gegen TTIP und CETA, Brexit und der US-Wahlkampf. IHK-Außenwirtschaftschef Frank Dollendorf machte auch gegenüber den Medien deutlich, wie sehr Bayerns Wohlstand vom Außenhandel abhängt. „Die Exportquote im verarbeitenden Gewerbe liegt bei etwa 52,3 Prozent“, erklärte Dollendorf. Viele Unternehmen Oberbayerns florierten nur deshalb so gut, weil sie Teil globaler Wertschöpfungs- und Lieferketten seien. Er kritisierte, auch die Bundespolitik sorge für zu viel Unsicherheit. Bei einigen Bundesministern sei nicht ersichtlich, ob sie für oder gegen Freihandelsabkommen seien.

ifo-Studie „Megatrends im Welthandel“: EU und USA büßen an Gewicht ein

ifo-Fachmann Prof. Gabriel Felbermayr hat am 17. Februar im Amberger Congress Centrum die Studie „Megatrends im Welthandel – Chancen und Herausforderungen“ vorgestellt. Anlass war die zweitägige Tagung „Bayern – Global“ der bayerischen Auslandsrepräsentanten. Die ifo-Studie wurde im Auftrag des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK) erstellt. Die Prognose für den Zeitraum von 2015 bis 2050 stellt die Berichte der Tagespresse auf den Kopf. Die heutigen Krisenstaaten werden demnach künftig die Weltwirtschaft und Weltnachfrage bestimmen. Die USA werden ebenso an Bedeutung verlieren wie die EU und der nationale Markt. Das Geschäft findet anderswo statt: in China, Indien und Russland.

Wirtschaftstag Ukraine

Dr. Andrij Melnyk, der Botschafter der Ukraine in Berlin, hat am 8. Juni im Forum der IHK Akademie vor rund 100 Teilnehmern engagiert um bayerische Firmen und Investoren geworben. Anlass war der Wirtschaftstag Ukraine – Bayern. Melnyk versicherte, seine Regierung werde den „russischen Virus“ im Land auslöschen: Schluss mit Korruption, Vetternwirtschaft, Oligarchie und Armut. Die Referenten betonten die Standortvorteile: geostrategische Lage, Fachkräfteangebot, hohe Wertschätzung für Deutschland sowie niedrige Produktionskosten. Der Stundenlohn liegt umgerechnet unter zwei Euro. Carsten Meyer, Chef des Automobilzulieferers Kromberg & Schubert, verdeutlichte die Nachteile. Bürokratie und schwerfällige Verwaltung. Sein Fazit: „Kein Markt für Anfänger.“

Togos Staatspräsident und BIHK-Präsident Sasse vereinbaren Zusammenarbeit

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Bayern und Togo sollen ausgebaut werden. Das war das Ergebnis eines Gesprächs zwischen dem Präsidenten der Republik Togo, Faure Essozimna Gnassingbé, und BIHK-Präsident Eberhard Sasse, das am 13. Juni in München stattfand. Sasse erklärte, Bayerns Unternehmen eröffne dies die faszinierende Chance, einen neuen Markt zu erschließen – und die Armut zu bekämpfen. Wie groß das Interesse auf bayerischer Seite ist, zeigte das bayerisch-togoische Wirtschaftstreffen, zu dem Wirtschaftsministerin Ilse Aigner am gleichen Tag geladen hatte. Mehr als 100 Firmenvertreter aus dem Freistaat haben teilgenommen.

Brexit und die Folgen

Die IHK hat sich in der zweiten Jahreshälfte intensiv mit den Brexit-Folgen beschäftigt. Frank Dollendorf, IHK-Bereichsleiter Außenwirtschaft, nahm dazu auch gegenüber der britischen Tageszeitung „The Guardian“ Stellung. Dollendorf sagte dem Blatt, die IHK-Organisation werde alle verfügbaren Instrumente nutzen, um die EU-Politik von dem Plan abzubringen, Handelsschranken gegen britische Importe zu verhängen. Damit schade sich Europa selbst. Nach dem Brexit sei zusätzliche Bürokratie ohnehin unvermeidlich. Das gelte beispielsweise für Zollpapiere wie das Carnet A.T.A. Sollte es zwischen der EU und Großbritannien zu einer schmutzigen Scheidung kommen, würden vor allem kleine und mittlere Unternehmen unter harten Zollformalitäten leiden.

Rumäniens Premierminister Dacian Cioloș zu Gast in der IHK

Rumäniens Premierminister Dacian Cioloș war prominentester Teilnehmer der „Rumänisch-Bayerischen Expertenrunde – Digitale Wirtschaft“ am 5. September im Münchner Technologiezentrum (MTZ). Auf seinen Wunsch hatte die IHK für diesen Termin exquisite Gesprächspartner der bayerischen Digitalwirtschaft ausgewählt. Grund: Cioloș will sein Land schnell voranbringen – und sich am Vorbild Bayern orientieren. Cioloș sagte, mit sieben Universitäten verfüge das Land über genügend Fachkräfte- und Forschungspotenzial. Er will nun eine Gründerwelle in seinem Land auslösen und sich über die Digitalisierung auch als Standort für Microsoft, Apple, Facebook und Co. empfehlen.

IHK-Ehrenamtsreise nach Polen

Vertreter des Haupt- und Ehrenamts der IHK für München und Oberbayern und IHK Schwaben sind am 3. und 4. Oktober nach Polen gereist, um die Marktchancen für Unternehmer aus Bayern zu sondieren. Für Polen sprechen folgende Vorteile: Wachstum deutlich über dem EU-Schnitt, gutes Fachkräfteangebot, eine konsumfreudige Mittelschicht, räumliche Nähe zu Bayern, und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen und Polens Regierung profitiert kräftig von EU-Fördermitteln. Bis 2020 sollen 80 Milliarden Euro aus EU-Mitteln in Polens Wirtschaft investiert werden. Und dies vorrangig in Bus- und Schienenfahrzeug, Schiffbau, Luft- und Raumfahrt, Elektronik und IT. Höhepunkt: Der Empfang der Deutschen Botschaft in Warschau am Tag der Deutschen Einheit mit 1.200 polnischen und deutschen Gästen aus Kultur, Wirtschaft und Politik.

Unternehmergespräch mit Ungarns Botschafter Peter Györkös

Ungarns Botschafter Dr. Peter Györkös kam am 12. Oktober nach Ingolstadt, um den Willen seiner Regierung zu einer engeren Zusammenarbeit mit Bayern zu unterstreichen. IHK-Geschäftsstellenleiterin Elke Christian hatte im Brauereigasthof „Zum Anker“ ein Unternehmergespräch organisiert. Teilnehmer waren u.a. Audi-Nachhaltigkeitsmanager Prof. Peter Tropschuh, Reinhard Büchl, Chef eines großen Entsorgungsunternehmens sowie der Bundestagsabgeordnete Dr. Reinhard Brandl. Das Ganze diente auch als „Warmup“ für das Treffen von Ungarns Regierungschef Viktor Orbán und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer am 17. Oktober in München.

4. Europäisches Parlament der Unternehmer

Vollversammlungsmitglied Florian Schardt war am 13. Oktober in Brüssel Teilnehmer des 4. Europäischen Parlaments der Unternehmer. Veranstaltet wurde die Tagung von Eurochambres, dem europäischen Dachverband der Wirtschaftskammern. Die mehr als 700 Unternehmer erhoben sich gleichzeitig von ihren Sitzen. Eine „Standing Ovation“ für die europäische Idee. Die Unternehmer stimmten jeweils mit überwältigender Mehrheit für mehr Europa, Freihandel, Integration Geflüchteter und für weitere Erleichterungen des grenzüberschreitenden Geschäfts.

Wirtschaftsforum Westbalkan: Politik trifft Wirtschaft

Mit Bayerns Staatsministerin Beate Merk und fünf Regierungsvertretern von Ländern des Westbalkans war das Ganze hochkarätig besetzt: Das „Wirtschaftsforum Westbalkan: Politik trifft Wirtschaft“ am 19. Oktober bot den rund 150 Teilnehmern beste Werbung für den europäischen Integrationsprozess. Die Minister der Balkan-Staaten warben um Vertrauen. Sie verwiesen auf deutliche Reform-Fortschritte und boten der bayerischen Wirtschaft eine noch engere Zusammenarbeit an. Und natürlich hoffen diese Staaten in absehbarer Zeit auf EU-Beitrittsgespräche. Bayerns Ministerin Merk lobte die Veranstaltung als Treffen der Vordenker. Es gehe darum, aus Südosteuropa ein „Chancenland“ zu machen.

Konstituierende Sitzung des IHK-Außenwirtschaftsausschusses

Der IHK-Außenwirtschaftsausschuss hat auf seiner konstituierenden Sitzung am 26. Oktober die Weichen für seine Arbeit der kommenden fünf Jahre gestellt. Die bisherige Ausschussvorsitzende Stephanie Spinner-König, IHK-Vizepräsidentin und geschäftsführende ‎Gesellschafterin der Spinner GmbH, wurde wiedergewählt. Als ihr Stellvertreter wurde Dr. Wolfgang Hastenpflug, Vice President Government Affairs der Siemens AG, im Amt bestätigt. Die Ausschussmitglieder haben sich auf eine umfangreiche Agenda geeinigt. Im Fokus der Ausschussarbeit werden neben Ländern und Regionen wie Russland, China und SOE auch die Themen Brexit und Folgen für Bayerns Wirtschaft, mittelstandsfreundliche Reform des EU-Binnenmarkts und Fragen der Handelspolitik stehen.

Ein Schock namens Donald Trump

Es war ein Schock auch für die Wirtschaft Oberbayerns. Der Wahlsieg Donald Trumps am 9. November hat auch die Rahmenbedingungen des Welthandels verändert. IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen und IHK-Außenwirtschaftschef Frank Dollendorf haben in den Tagen nach der US-Wahl in Gesprächen mit Vertretern aus Politik und Medien auf folgende Punkte hingewiesen: die Bedeutung des US-Markts für Bayerns Wirtschaft und die Tatsache, dass kaum eine andere Weltregion so stark vom Freihandel und offenen Märkten profitiert hat wie Bayern. IHK-US-Spezialistin Gabriele Vetter hatte in den November- und Dezembertagen ungewöhnlich viele Unternehmeranfragen zu beantworten. Die Verunsicherung ist offenbar groß, Vetters Rat dagegen klar: Die USA werden ein Top-Markt für Bayerns Wirtschaft bleiben.

Exporttag Bayern 2016 – Veranstaltung der Superlative

Der Exporttag Bayern 2016 erwies sich erneut als Außenwirtschaftsveranstaltung der Superlative. Für den Großevent im Forum der Münchner IHK Akademie am 24. November waren insgesamt 330 Teilnehmer gemeldet. Ein Rekordwert. Mehr als 70 AHK-Experten aus allen Teilen der Welt waren für rund 530 individuelle Beratungsgespräche gebucht. Gleichzeitig fanden in einem Nebenraum die Vorträge u.a. zu folgenden Themen statt: Südkorea: Neuer Wachstumsmarkt in Asien, Schwache Dynamik in der Weltwirtschaft – wohin noch exportieren? E-Mobilität, Gesundheitswirtschaft, Digitalisierung: Chinas Wirtschaft im Wandel und Iran nach den Sanktionen – Chancen für die deutsche Wirtschaft.

Bayerisches Messebeteiligungsprogramm

Die bayerischen IHKs sind wichtige Partner des Bayerischen Wirtschaftsministeriums und seiner Tochteragentur Bayern International in Sachen Messebeteiligungsprogramm. Dieses Instrument hat sich in den vergangenen Jahren hervorragend bewährt – und Mittelständlern geholfen, auch in weit entfernten und schwierigen Märkten Fuß zu fassen. 2016 haben die drei Partner insgesamt 28 internationale Messebeteiligungen angeboten.

Förderprojekt „Go International“

Die IHK hat im Rahmen des Förderprojekts „Go International“ 70 Unternehmen betreut. Das Ganze ist ein wichtiges Instrument der Außenwirtschaftsförderung. Kleine und mittlere Firmen werden finanziell und mit Beratung bei der Erschließung neuer Auslandsmärkte unterstützt. Das Projekt wird von der EU und vom Freistaat Bayern gefördert. Im Dezember 2016 wurde wegen der großen Nachfrage diese Förderung eingestellt. Die IHK hat sich dafür ausgesprochen, „Go International“ fortzusetzen.