Flixbus

Grünes Busnetz ohne Busse

FlixBus gelang eine beeindruckende Wachstumsstory: In nur drei Jahren wurde aus dem Startup der Marktführer in Deutschland mit europaweitem Fernbusnetz. EVA ELISABETH ERNST

Der Durchbruch kam 2016: Im vergangenen Jahr arbeitete die FlixMobility GmbH auf ihrem deutschen Streckennetz erstmals operativ kostendeckend. Damit bewiesen die Gründer Jochen Engert (35), Daniel Krauss (33) und André Schwämmlein (35), dass ihre Unternehmensvision, mit Fernbussen eine Alternative zu Pkw, Bahn und Billigfliegern zu etablieren, auch wirtschaftlich zu realisieren ist. Die Akzeptanz des Angebots ist beachtlich: Fast 30 Millionen Passagiere fuhren im vergangenen Jahr in einem der grünen Fernbusse, die täglich 100 000 Verbindungen zu rund 1 000 Zielen in 20 Ländern bieten. „Dass wir binnen drei Jahren so stark wachsen und nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch in Europa Fernbusnetze betreiben würden, das hatten wir bei der Gründung von FlixBus nicht geplant“, sagt Gründer Krauss. Für den Riesensprung ist das Zusammentreffen gleich mehrerer Faktoren verantwortlich: Die drei Jungunternehmer hatten nicht nur die historisch einmalige Gelegenheit erkannt, die sich durch die Öffnung des Fernbusmarkts 2013 ergab. Sie verstanden es auch, die Chance zu nutzen. Hinzu kam die fortschreitende Digitalisierung, die etwa die Onlinevermarktung des Angebots inklusive E-Tickets auf dem Smartphone ermöglichte. Krauss charakterisiert das Unternehmen daher auch als „Kombination aus Technologie-Startup, Internetunternehmen und traditionellem Verkehrsbetrieb“. Dass FlixBus heute in Deutschland rund 90 Prozent des Markts beherrscht und über 1 000 Mitarbeiter beschäftigt, führt der Unternehmer noch auf einen weiteren Punkt zurück: „Als Gründungsteam und Geschäftsführer sind wir ein gutes Match und decken sowohl die betriebswirtschaftliche als auch die technologische Seite ab.“