E-Bikes

Mühelos und sauber

Kleinere Güter lassen sich auch per Lastenfahrrad mit Elektroantrieb ausliefern – eine umweltschonende Transportvariante, die auch noch gefördert wird. JOSEF STELZER

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E-Power für den Fahrer Foto: Interkep

Ein Tritt in die Pedale, und die Kraft des E-Motors ist sofort spürbar. Ein sanfter, völlig lautloser Schub. Jeder Tritt aktiviert den Elektroantrieb, der entweder in der Rahmenmitte am Tretlager, in der Vorder- oder in der Hinterradnabe montiert ist. Wer mit einem Pedelec unterwegs ist, strampelt so mühelos, als ginge es ständig leicht bergab. Das gilt selbst dann, wenn ein Fahrer in Wirklichkeit eine Steigung nimmt und zusätzliche Fracht mitschleppt.

Die Interkep GmbH in Taufkirchen macht sich diesen Schwung zunutze. Seit rund zwei Jahren setzt der Logistikdienstleister 20 Lastenpedelecs ein. Mit ihnen liefern die Interkep-Fahrer Pakete aus und übernehmen Transporte beispielsweise für Onlinehändler, Apotheken oder Privatkunden. „Dadurch können wir für bestimmte Fahrten auf den Einsatz von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren verzichten und leisten so einen zusätzlichen Beitrag, um die Luftverschmutzung in den Städten zu reduzieren und den Kohlendioxidausstoß zu senken“, sagt Geschäftsführer Sebastian Haßler (40).

Zwei Batterien pro Rad

Die E-Bikes von Interkep können einiges tragen: Vorne ist eine Transportbox mit einem Fassungsvermögen von 200 bis 240 Litern montiert. Das entspricht einer Zuladung von jeweils etwa 120 Kilogramm. Auf einem weiteren Gepäckträger sind die abschließbaren Lithium-Ionen-Batterien befestigt. Für jedes Fahrrad stehen zwei Batterien zur Verfügung. Nachgeladen wird nachts oder auch tagsüber, für den Batteriewechsel reichen wenige Handgriffe. Das maximal 25 km/h schnelle Lastenrad braucht weder ein Versicherungskennzeichen noch eine Zulassung, der Fahrer kommt ohne Führerschein aus. Bei der Auswahl der E-Bikes unterstützte die IHK für München und Oberbayern den Unternehmer. „Das hat uns viel Aufwand erspart“, so Haßler.

Verbesserte Technik gefordert

Ein neues Lastenpedelec kostet mindestens 3000 Euro und ist damit in der Anschaffung teurer als ein vergleichbares Fahrrad ohne Hilfsmotor. „Für unsere Kunden werden aber nicht unbedingt Mehrkosten fällig, wenn sie für Transportaufträge ein E-Fahrrad ordern“, betont der Interkep-Chef. Einen Nachteil der elektrischen Lastesel sieht er allerdings in dem verhältnismäßig hohen Wartungsaufwand: „Die Fahrräder müssten im Alltagsbetrieb noch robuster und rentabler werden.“ Haßler hofft hier auf technische Verbesserungen durch die Hersteller. Trotz des höheren Aufwands plant der Unternehmer bereits den Einsatz weiterer elektrischer Cargo-Bikes. Zudem testet Interkep E-Trikes, die drei Räder haben, sowie die schnelleren E-Scooter, die sich für besonders eilige Aufträge eignen.

Zuschüsse beim Kauf und für Beratung

Bei der Anschaffung der Lastenpedelecs nutzte der Unternehmer das Förderprogramm Elektromobilität der Stadt München, das Gewerbetreibenden und Privatpersonen offensteht. Die Initiative sieht Zuschüsse für den Kauf von Elektrofahrzeugen und den Aufbau der Ladeinfrastruktur vor. Beim Erwerb eines Lastenpedelecs übernimmt die Stadt München zum Beispiel 25 Prozent der Nettokosten, maximal 1000 Euro. Gefördert werden bis zu 20 Elektrofahrzeuge pro Kalenderjahr und Antragsteller. Zudem stehen Zuschüsse für Beratungsleistungen bereit. Die Anträge bearbeitet das Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt. Umweltreferentin Stephanie Jacobs freut sich über die große Resonanz auf das Angebot: „Wir sind mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden.“ So gingen bislang allein für Pedelecs rund 500 Anträge und fast 400 für Lastenpedelecs ein. Jacobs: „Wenn wir die entsprechenden Anreize schaffen, schaffen wir auch die Trendwende hin zu sauberer Elektromobilität in unseren Städten.“

Tipps und Informationen zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten bietet das IHK-Merkblatt „Förderprogramm E-Mobilität“. E-Mobilität