IHK-Immobilienausschuss

Berichte aus den Sitzungen des IHK-Immobilienausschusses

Der IHK-Ausschuss für Immobilienwirtschaft setzt sich aus hochrangigen Vertretern der oberbayerischen Immobilienwirtschaft zusammen. Schwerpunkt ist die Ausweitung des Angebotes an bezahlbarem Wohnraum und an Gewerbeflächen in Oberbayern. Die Expertise fließt zudem in Positionspapiere, Stellungnahmen, Politikgespräche, etc. ein.

Bis jetzt mit einem blauen Auge durch die Krise gekommen ‎

Im Rahmen einer Videokonferenz am 18. März 2020 fand ein Austausch der Mitglieder und Gäste des IHK - Ausschusses für Immobilienwirtschaft zu den Folgen der Corona-Krise statt. Dabei wurden verschiedene Bereiche der Immobilienwirtschaft betrachtet.

Wesentliche Ergebnisse waren:
Es besteht weiterhin Nachfrage nach Gewerbe- wie Wohnimmobilien.
In der Assetklasse Wohnimmobilien sind - insbesondere in Ballungsräumen – höchstens marginale Preisanpassungen zu erwarten.

Bei Gewerbeimmobilien ist eine differenzierte Betrachtung erforderlich: Büro- und Logistikimmobilien werden als weitestgehend stabil gesehen. Derzeit ist eine sinkende Nachfrage nach Großraumbüros und Co-Working Spaces erkennbar. Die Einflüsse der Digitalisierung auf den Büroflächenbedarf (bspw. durch Home Office) sind noch nicht absehbar. Hotels, Gastronomie und Einzelhandelsimmobilien (v. a. Shoppingcenter) gelten aufgrund ihrer starken Betroffenheit durch die Corona Krise als riskante Investitionsobjekte.

Verzögerungen entstehen derzeit häufig bei Baugenehmigungsprozessen. Ansprechpartner in Behörden sind oft nur schwer erreichbar, der Digitalisierungsgrad der Behörden ist oft gering.

Nachfrage nach Finanzierungen besteht nach wie vor. Die Finanzierung spekulativer Projekte wird schwieriger, je nach Risikobewertung wird beispielsweise ein höherer Eigenkapitaleinsatz gefordert.

Die Bautätigkeit verläuft weitestgehend nach Plan. Die Beschaffung von Materialien für den Innenausbau war zeitweise unterbrochen (Bsp. Italien).

Zwischen Vermietern und Mietern werden überwiegend Einzelfalllösungen gefunden, wie z. B. Stundungen der gesamten oder Teile der Miete, Mietenreduzierungen oder der Entfall einzelner Monatsmieten.

„Alles in allem sind wir bis jetzt mit einem blauen Auge durch die Krise gekommen. Die Folgen werden uns aber noch lange beschäftigen: bereits heute ist schon erkennbar, dass sich Nachfrageänderungen bei Büroimmobilien ergeben werden. Die Entwicklung von Einzelhandelsimmobilien - sowie Hotels - wird als riskant eingestuft. Es ist davon auszugehen, dass sich der stationäre Einzelhandel in vielen Fällen erhalten wird, Online-Präsenzen werden aber unabdingbar.“ resümiert Andreas Eisele, Vorsitzender IHK - Ausschuss für Immobilienwirtschaft.