AK Gesundheitswirtschaft

Berichte aus den Sitzungen des IHK Arbeitskreises Gesundheitswirtschaft

Der Arbeitskreis Gesundheitswirtschaft setzt sich aus hochrangigen Vertretern von Krankenkassen, Apotheken Pflegeeinrichtungen, Medizintechnik- und Pharmaunternehmen sowie weiteren Unternehmen der Gesundheitswirtschaft zusammen. Der Arbeitskreis bietet seinen Mitgliedern Kontakt- und Austauschmöglichkeiten zu Fachexperten und insbesondere zu Bundes- und Landespolitikern, um die unternehmerischen Bedürfnisse an die Politik zu spiegeln.

Die Sitzung des Arbeitskreises Gesundheitswirtschaft der IHK für München und Oberbayern erfolgte wieder in Form einer digitalen Sitzung am 21. Oktober 2020. Frau Dr. Emslander leitete den Arbeitskreis in Vertretung von Herrn Kammerer.

Der Arbeitskreis begann mit einem Impulsvortrag durch Herrn Dr. von Krempelhuber der GlaxoSmithKline GmbH & Co KG. Dieser berichtete zunächst über die allgemeine Herstellung von Impfstoffen und Herausforderungen die dabei bestehen. Ziel für eine Covid-19 Impfstoffentwicklung ist ein Zeitraum von 1,5 Jahren. Durch Adjuvanssysteme kann die Wirkungsdauer des Impfstoffes entsprechend gesteigert werden. Eine große Herausforderung wird die logistische und faire Verteilung der Impfstoffe im nächsten Jahr. Die Frage bleibt offen, ob das Coronavirus saisonal erhalten bleibt. Die Politik ist besonders gefragt bei der Planung und Vorbereitung der Impfstoffdosen. Eine Herstellung der Impfstoffe in der EU und Deutschland wurde in diesem Zusammenhang als sinnvoll erachtet.

Einige Punkte gingen anschließend aus der Diskussion des Arbeitskreises hervor:

  • Die Kinderbetreuung stellt für viele Mitarbeiter in den Betrieben ein Problem dar. Bisher ist die Regelung, dass nur eine Notbetreuung angefordert werden kann, wenn beide Elternteile in einem systemrelevanten Beruf arbeiten.
  • Auch wurde darauf hingewiesen, dass am Arbeitsplatz kein großes Infektionsgeschehen beobachtet werden kann; hier sollte differenziert werden.
  • Im Zuge der zweiten Infektionswelle sind wieder Hamsterkäufe in Apotheken aufgetreten, hier sollte mehr Transparenz geschaffen werden und auf eine faire Verteilung hingewirkt werden.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt stellte Frau Dr. Emslander von der IHK München und Oberbayern die aktuelle wirtschaftliche Lage mitsamt einem branchenbezogenen Ausblick vor.

Die Konjunktur hat sich schneller von dem ersten Lockdown erholt, als ursprünglich angenommen, jedoch ist das Wachstum zum Vorjahresniveau schleppend. Die Gesundheitswirtschaft hat sich verhältnismäßig gut erholt. Die IHK wird auch die Überbrückungshilfe Phase II übernehmen und die Unternehmen damit finanziell unterstützen. Außerdem wurde die IHK Wahl 2021 angekündigt. Die Insolvenzantragspflicht und die Kurzarbeitsregelung wurden verlängert, außerdem wird die Nachrüstpflicht von E-Kassen bis zum 31.03.2021 nicht beanstandet. Anschließend wurde das neue Lieferkettengesetz vorgestellt und auf etwaige Streitpunkte eingegangen, zu welchen sich die Mitglieder äußern konnten. Schlussendlich wurde darauf hingewiesen, dass der DIHK eine Umfrage bei Herstellern von In-Vitro Diagnostika macht, aus aktuellem Anlass.