Exponat April 2018

Seit 175 Jahren Partner der Wirtschaft: Die IHK für München und Oberbayern

Am 7. April 1843 besteht die IHK für München und Oberbayern seit 175 Jahren.

Am 7. April 1843 „geruhte“ seine Majestät, der bayerische König Ludwig I., die Bildung einer Handelskammer in München zu genehmigen. Er ernannte 12 Mitglieder des Handels-, Fabrikanten und Gewerbsstandes zu deren Mitgliedern.

Unter dem Vorsitz des großen Industrie- und Eisenbahnpioniers Joseph Anton von Maffei nahmen sie ihre Arbeit auf. Sie hatten sich zur „pflichtgetreuen Erfüllung ihrer hochwichtigen Aufgabe“ bereit erklärt – nämlich die Regierung „in der Förderung des Gewerbefleißes und in der Beseitigung der ihrem Aufblühen entgegenstehenden Hindernisse durch ihren Rath und ihre Mitwirkung zu unterstützen“. Am 30. Oktober 1843, vormittags um 11 Uhr, trat das Gremium im Rathaus zu seiner ersten Sitzung zusammen. Regierungspräsident Joseph Hörmann von Hörbach rühmte in seiner Eröffnungsrede die 12 „wackeren Bürger, welche das Ehrenvolle des an sie ergangenen Rufes dankbar“ erkannt hätten.

Wenige Jahre später kam eine offizielle Zählung auf mehr als 250 Fabriken. Neben 34 Brauereien waren darunter aber weit über 100 Betriebe, die weniger als 10 Personen beschäftigten. Allerdings fauchten 1847 in der Königlichen Haupt- und Residenzstadt bereits 10 Dampfmaschinen mit einer Gesamtleistung von 141 PS.

Aus dem Zwölfer-Gremium der ausgehenden Biedermeierzeit entwickelte sich die größte der insgesamt 79 deutschen Industrie- und Handelskammern. Das Bayerische Wirtschaftsarchiv verwahrt die Überlieferung dieser traditionsreichen Institution und dokumentiert damit gleichzeitig auch den Strukturwandelt des oberbayerischen Raums zur führenden Wirtschafts- und Technologieregion Deutschlands.

Dr. Eva Moser, Leiterin des Bayerischen Wirtschaftsarchivs