IHK Bergbahnreport

Rückblick Sommerhalbjahr 2018, Vorschau Winterhalbjahr 2018/19

Erwartungsfroh in die Wintersaison 2018/19

Wie jedes Jahr besteht eine große Erwartungshaltung hinsichtlich des Weihnachtsgeschäftes. 40 % der Seilbahnbetriebe erhoffen sich für das Winterhalbjahr bessere und die Hälfte ähnlich gute Geschäftsergebnisse im Vergleich zum Vorjahr. Ebenso rechnen 40 % der Befragten mit steigenden Umsätzen sowie die Hälfte wiederum mit einer ähnlichen Umsatzentwicklung wie in der Wintersaison 2017/18.

Die Investitionsbereitschaft ist in der oberbayerischen Bergbahnbranche erneut sehr hoch. 40 % wollen mehr, 20 % ähnliche hohe Investitionen wie im Vorjahr tätigen. Die Branche bereitet sich für die zukünftigen Anforderungen vor und realisiert notwendige Ersatzinvestitionen.

So ist im August die neue Jennerbahn bis zur Mittelstation in Betrieb gegangen. Die neue Seilbahn kann in den neuen Gondeln bis zu 10 Passagiere befördern und ist doppelt so schnell wie das Vorgängermodell. Der Vollausbau soll bis zum Sommer 2019 abgeschlossen sein. Auch bei den Brauneck- und Wallbergbahnen plant man als Ersatzinvestition bei der Finstermünzbahn eine moderne 6er-Sesselbahn.

50 % der Befragten wollen mehr Personal einstellen und beklagen den Fachkräftemangel. 60 % beabsichtigen, die Fahrpreise für die Wintersaison maßvoll zu erhöhen, um die Kostenentwicklung entsprechend zu berücksichtigen.

Urbane Seilbahn – auch ein Modell für München!

Der Einsatz von Seilbahnen in urbanen Räumen wird derzeit von Verkehrsplanern ernsthaft in Erwägung gezogen. Auch für den Münchener Norden ist eine Seilbahn im Gespräch. Diese würde auf einer 4,5 km langen Tangentiale die drei U-Bahnhöfe Oberwiesenfeld, Frankfurter Ring und Studentenstadt in einer Höhenlage von 60 m miteinander verbinden. Die Seilbahn in München hätte eine Kapazität von 4.000 Personen/ Std. und könnte pro Kabine 32 Fahrgäste befördern.

Auch die IHK für München und Oberbayern hält die Realisierung einer Seilbahn für richtungsweisend, um den öffentlichen Nahverkehr im Münchner Norden zu entlasten. Eine Seilbahn ist geräuscharm und platzsparend. Die Planungs- und Realisierungskosten würden voraussichtlich nur rund einem Zehntel der Investitionssumme in eine vergleichbare Bahnstrecke entsprechen. Auch in anderen Städten wie Nürnberg, Passau, Stuttgart, Würzburg u. a. wird bereits über eine städtische Seilbahn nachgedacht.

Die Weichen zur Finanzierung dieses Projekts sind bereits gestellt. Das Verkehrsministerium unter der ehem. Ministerin Ilse Aigner teilte bereits im Sommer 2018 mit, dass das Bayerische Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (BayGVFG) die staatliche Förderung des Baus und Ausbaus von Seilbahnen als „Bahnen besonderer Bauart“ ermöglichen würde. Der Bund könnte sich an der Finanzierung der Machbarkeitsstudie beteiligen. Allerdings müsse die Wirtschaftlichkeit in einer Kosten-Nutzen-Untersuchung noch nachgewiesen werden.