Energiewende

Positionen

Die Zwischenbilanz der bayerischen IHKs zur Energiewende zeigt viel rot und gelb, aber nur wenig grün: Unter dem Strich ist die deutsche Energiewende zu teuer und bringt fürs Klima wenig. Das trifft nach den Worten von Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, besonders auf den von der Koalition beschlossenen Kohlekompromiss vom 1. Juli 2015 zu. Demnach sollen alte Kohlekraftwerke mit insgesamt 2,7 GW Leistung bis 2020 in die Reserve überführt und für ihre Betriebsbereitschaft Ausgleichszahlungen erhalten. Das ist ein goldener Handschlag für ohnehin marode Kraftwerke, der von den Stromkunden teuer bezahlt werden muss. Der Vergleich in der EU zeige zudem, dass Deutschland weder in Sachen Emissionen noch bei der erneuerbaren Energien an der Spitze liegt.

Der BIHK-Chef übt aber nicht nur Kritik, er macht der Politik auch konkrete Vorschläge: Damit die Strompreise nicht ins uferlose steigen, sollen die Kosten der Energiewende zukünftig anders finanziert werden. Die Wirtschaft braucht eine Strompreisbremse. Der mühsam gefundene Kompromiss zum Netzausbau in Bayern müsse nun ohne wenn und aber zügig umgesetzt werden. Nicht nur um mehr Windstrom aus dem Norden importieren zu können, sondern auch um die Preiszonendebatte abzuwehren. Weitere Netzengpässe seien nicht akzeptabel und erregen zu recht den Unmut unserer Nachbarstaaten. Zudem solle die bayerische Staatsregierung die Wirtschaft bei der Energieeffizienz stärker unterstützen. Nur so könne der Energieverbrauch bei weiter positiver Entwicklung des Standorts konstant gehalten werden.

Gemeinsam mit Staatsministerin Aigner diskutierten die Zwischenbilanz der bayerischen IHKs: Dr. Erk Thorsten Heyen, Senior Vice President ‎der ‎Wacker Chemie AG, Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Mauch, ‎Geschäftsführer der FfE For‎schungsstelle für ‎Energiewirtschaft e.V. sowie August Wagner, Vorsitzender ‎der Geschäftsführung der J.G. KNOPF´S SOHN GmbH & Co. ‎KG. ‎